Der Sprung ins Absurde oder Kierkegaards Salto Mortale

Im Italienischen gibt es den Ausdruck salto mortale. Übersetzt: Der tödliche Sprung. Der Sprung ins Leere. Salto mortale bezeichnet dieses Gefühl, bevor wir eine Entscheidung treffen. Bevor wir uns voll und ganz auf etwas einlassen.1

Die Freiheit gleiche dem Leben am Abgrund einer Klippe. Und «die Angst ist der Schwindel [dieser] Freiheit», schreibt der dänische Philosoph Kierkegaard. Vergeblich suche man nach festem Halt in der Weite. Das sei die Gefahr, welche die Freiheit mit sich bringt. Angst macht einem nicht zwingend das Fallen, sondern das Springen. Es ist die Angst, sich selbst in das Ungewisse hinunterzustürzen.2

Zu springen, ohne die Landung zu sehen.

Abzuheben, ohne zu wissen, ob einem die Flügel tragen.

Sich fallen zu lassen, ohne sicher zu sein, dass man aufgefangen wird.

Ob es funktionieren wird? Wir wissen es nicht…

Kierkegaards Antwort auf diese Unsicherheit ist der «leap of faith». Der Sprung ins Absurde, in den Abyss, der die Vernunft weder erklären noch rechtfertigen kann. Darauf zu vertrauen, dass auf den Flug eine Landung folgt. Und in erster Linie: mutig zu sein und den entscheidenden Schritt zu machen.

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Inspiration von Seth Godins herausragenden Podcast Akimbo
Mehr zu Kierkegaard als Wegbereiter des Existenzialismus in Sarah Bakewells Das Café der Existenzialisten