Einschränkung als Bereicherung

2009 gründeten 4 Studenten der Universität Stanford das Unternehmen Skybox Imaging. Bereits nach wenigen Jahren Konzeptarbeit, Planung und Entwicklung schwebte der erste Satellit der Ingenieure im Orbit.

Der Satellit kostete zwischen 2 und 5 Millionen US-Dollar. Klingt nach viel Geld. Doch die Perspektive verschiebt sich ein wenig, wenn man sich bewusst wird, dass traditionelle Konkurrenzprodukte oft Hunderte von Millionen kosteten. Ausserdem war der Satellit deutlich kleiner und leichter als beispielsweise die des grossen Bruders NASA.

Was unterscheidet Skybox Imaging von anderen Satellitenherstellern? Welchen kompetitiven Vorteil verschafften sich die unerfahrenen Studenten gegenüber den etablierten Playern der Branche? Was hatten Dan Berkenstock, John Fenwick, Ching-Yu Hu und Julian Mann, was die Konkurrenz nicht hatte? Sie hatten weniger.

Aufgrund mangelnder Ressourcen waren die jungen Ingenieure gezwungen, radikal andere Wege zu gehen. Sie schränkten sich beim Bau der Satelliten auf serienmässig produzierte Einzelteile ein. Alle Baustücke des hochkomplexen Konstruktes mussten beim Fachhändler ab Stange verfügbar sein – sie griffen dabei auf Teile aus der Automobil- und Smartphone-Industrie zurück. Sie gestalteten also nicht die Welt nach ihren Wünschen, sondern passten ihr Produkt den Möglichkeiten an.

Einschränkung kann eine Bereicherung sein. Auch wenn unsere Ideen wohl kaum wie Skybox Imaging für 500 Millionen Dollar von Google aufgekauft werden, so ist es dennoch eine äusserst potente Frage, die – wenn auch nur hypothetisch – wir uns stellen sollten und die unser Vorgehen oder unsere Einstellung garantiert verbessern wird:

Was müsste ich tun, wenn ich _________ nicht zur Verfügung hätte?

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Zeichnung aus der Studie für eine Weltraumkolonie von NASA von 1970.

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