Fragestellung

Geschriebenes

«Was kommt an der Prüfung?» oder «Was überrascht mich und weshalb?».

«Was habe ich angestellt, dass mich diese Person anschreit?» oder «Wie kann ich die Situation besser verstehen, um ihr impulsives Verhalten zu erklären?».

«Welche Textstellen sind so kryptisch, dass ich an mir selbst zu zweifeln beginne?» oder «Welche Abschnitte kann ich entziffern und wie lässt sich das Verstandene gruppieren?».

Was und wie eine Situation wahrgenommen wird, hängt damit zusammen, welche Frage man Hinterkopf hat. Die Fragestellung formt die Erfahrung: Sie richtet den Fokus, bestimmt den Outcome und gleichzeitig auch die eigene Motivation und Haltung, den Prozess und die Methodik.

Allerdings – und das darf nicht vergessen werden – bestimmt eine Fragestellung auch, worauf nicht geachtet wird. Und weil nicht gleichzeitig verschiedene Fragen beantwortet werden können, muss immer, wenn sich die Fragestellung ändert, die Situation neu gelesen werden.


Bild: Selbstportrait von Ernst Mach, 1886. (Quelle – via PDR)