Offene Begriffe

Geschriebenes

Man spricht von einem offenen Begriff, wenn ein Fall eintreten könnte, der nicht in die bestehende Definition passt. Der Gebrauch eines offenen Begriffs kann in jedem Moment ausgedehnt oder verschoben werden, wenn es eine neue Situation erfordert. Seine Anwendung ist im besten Fall ausreichend, doch immer unvollständig und verbesserungswürdig.

Ein offener Begriff kann nicht mit permanenten Merkmalen fixiert werden. Er lässt es nicht zu, alle hinreichenden und notwendigen Bedingungen aufzuführen. Er ist vielmehr ein temporäres Konstrukt; eine bewegliche Hülle, die sich der Zeit und den Umständen anpasst.

Sich auf offene Begriffe einzulassen, ist das Eingeständnis: Wir können um diesen Begriff keine Grenze ziehen. Wir wissen nicht alles und werden vermutlich auch nie alles wissen. Aber wir können im Laufe der Entwicklungen mehr herausfinden und sind bereit, auf Veränderungen einzugehen.


Anmerkung: Denkbrocken ist z.B. ein offener Begriff. Kunst vielleicht auch. Und dann gibt es noch unzählige weitere …

Bild: Ausschnitt aus Yellow Perch chromolithograph (1878) von Samuel Kilbourne – Quelle.