Nicht ganz

Geschriebenes

Denkbrocken sind Kolumnen, die in keiner Zeitung stehen, keine fixe Länge haben und von keinem größeren Publikum gelesen werden. Denkbrocken ist ein Feuilleton, nur ohne Ego und Prestige, ohne Autorität und ohne kulturelle Relevanz. Denkbrocken bedeutet Berichterstattung ohne Anspruch auf Objektivität oder Aktualität, ohne Faktenchecks und Korrespondenzen. Denkbrocken heißt Boulevardpresse, die niemanden bloßstellt, sich um keine Geheimnisse schert und höchstens unabsichtlich Gerüchte verbreitet. Denkbrocken sind Prognosen ohne Methode, die sich dem Zufall und der Unvorhersehbarkeit der Zukunft verschreiben.

Denkbrocken ist und sind alles. Nur eben nicht ganz.


Bild: Ausschnitt aus Spotprent met politici als kippen (ca. 1893) von Theo van Hoytema – Quelle.