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Quellenkritik oder ein hilfreicher Fragenkatalog im Umgang mit kulturellen Gegenständen

Der Fund einer einzigen Quelle kann unser gesamtes Wissen über die Vergangenheit auf den Kopf stellen. Doch bevor ein altes Stück Papier den Untergang des römischen Reiches erklären oder eine Skulptur das Geheimnis hinter den Pyramiden lüften kann, muss untersucht werden, ob die Gegenstände überhaupt eine Aussagekraft besitzen. Dazu gehört nicht nur die Rekonstruktion ihrer Überlieferungs- und Entstehungsgeschichte, sondern auch grundlegende Überlegungen wie z.B., ob die Quellen in erster Linie echt sind.

Dieses Verfahren, wissenschaftlich mit historischen Quellen umzugehen, nennt man Quellenkritik. Sie stellt die Frage, wie eine Quelle unter welchen Prämissen zu welcher Wahrscheinlichkeit über eine bestimmte Zeit und Kultur informieren kann. Dabei geht es vor allem darum, die Erwartungshaltung zu regulieren. Denn egal wie viel Bedeutung ein Gegenstand transportiert, diese Bedeutung muss an den richtigen Maßstäben gemessen werden. Und so viel er auch aussagen mag, er sagt nie alles. Um also eine Quelle weder zu über- noch zu unterschätzen, müssen möglichst viele Parameter berücksichtigt werden.


Im Folgenden habe ich einen exemplarischen Fragenkatalog aufgeführt, wie eine Quellenkritik im Hinblick auf Texte aussehen könnte. Auch wenn sich die Fragen an der linguistischer Textforschung orientieren, sind der kreativen Anwendung und Übertragung keine Grenzen gesetzt. Weil die wenigsten von uns in einem wissenschaftlichen Umfeld bewegen, muss es auch nicht darum gehen, Quellenkritik richtig oder vollständig zu praktizieren, sondern einen reflektierten Umgang mit kulturellen Gegenständen zu entwicklen.

Provenienz

Primärquelle oder Sekundärquelle?

Autor Innen/ Adressatinnen/RezipientInnen

Produktionskontext

Rezeptionskontext

Textfunktion

Stilisierung

Textsorte

Norm


Bild: “ATELIER DE SCULPTEURS” aus Histoire de l’art égyptien (1878) von Émile Prisse d’Avennes – Quelle

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