Vielleicht müssen wir uns die Umweltkrise und andere komplexe Herausforderungen der Gegenwart als Wimmelbilder vorstellen: Es herrscht Chaos. Überall passiert etwas. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Das gesamte Bild schreit nach unserer Aufmerksamkeit. Um einzelne Dinge zu erkennen, müssen andere ausgeblendet werden. Wir müssen näher herangehen und genau hinschauen. Dann Abstand gewinnen, um das Gesehene in seinem Kontext zu verorten. Es muss gesucht werden. Man wird überrascht. Zusammenhänge treten hervor. Und Störungen. Im Beobachten beginnt man, das eigene Beobachten zu beobachten. Man sucht sich einen Weg. Es braucht Zeit, viel Zeit. Irgendwann sieht man etwas. Und wenn man jemandem seine Erkenntnisse erzählen will, muss man feststellen, dass diese:r dasselbe Bild völlig anders wahrgenommen hat.
