Alles unterliegt einer natürlichen Ordnung. Jede Veränderung ist schlecht, weil sie uns von einem harmonischen Urzustand distanziert. Fremdes gefährdet die Stabilität und alle Störfaktoren müssen eliminiert werden, welche die empfindliche Balance aus dem Gleichgewicht bringen könnten.
Was nach dem Parteiprogramm eines radikalen, rechtskonservativen Kollektivs klingt, ist genauso der Ursprung der Ökologiebewegung am Anfang des 20. Jahrhunderts, rund um z. B. Konrad Lorenz. Klare Werte ermöglichen Bewegung. (Und Bewegungen können glücklicherweise ihre Richtung ändern.)
„Anders als im Vaterland [ist] die Natur kein Schlachtfeld, sondern vielmehr der verlorene Ort umfassender Harmonie (…) – bei der Re-Etablierung spirituell aufgeladener Naturgesetze braucht demnach keine Rücksicht auf soziale Fragen genommen werden.“ (Nüchter, S. 35)
Bild: Ausschnitt einer Illustration aus Adiantum Assimile and A. Lunulatum from Ferns: British and Exotic (1856-1860) von Edward Joseph Lowe, aus der Biodiversity Heritage Library – Quelle.
Literatur: Nüchter, O. (2012): Denkfiguren völkisch autoritärer Ökologie – Im Vater- oder Mutterland. In: Braune Ökologen Hintergründe und Strukturen am Beispiel Mecklenburg- Vorpommers. (pp. 20-38) Heinrich Böll Stiftung. Schriften zur Demokratie. Band 26.

