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Performative Reading

Performative Reading bezeichnet einen Akt des Lesens als Mittel zur Selbstdarstellung: Man inszeniert sich im öffentlichen Raum mit einem Buch in der Hand und tut so, als würde man lesen. Das Ziel dieses Schauspiels ist, das Image einer lesenden Person (mitsamt aller Implikationen) gegen außen zu tragen.

Aus diesem skurrilen Phänomen erwächst eine unerwartete Herausforderung: Es lässt sich kaum mehr ein Buch in der Öffentlichkeit lesen, ohne das Gefühl zu bekommen, dass man sich damit zur Schau stellt. Denn je mehr man versucht zu zeigen, dass man tatsächlich liest, desto eher sieht es danach aus, als ob man nur etwas vorspielt.

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