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Theorie(n)

Grand Theories bieten eine breite, theoretische Grundlage und liefern universale Erklärungen für komplexe Fragestellungen. Durch ihre universale Perspektive sind sie jedoch oft nur schwer zu testen und müssen zwangsläufig auf einen hohen Abstraktionsgrad zurückgreifen.

Micro Theories ermöglichen hingegen detaillierte Antworten auf spezifische Probleme, die sich empirisch begründen und praktisch anwenden lassen. Aufgrund ihres engen Fokus sind sie jedoch nicht in der Lage, verschiedene Konzepte und Perspektiven zu integrieren und sie lassen kontextuelle Faktoren und größere Zusammenhänge außer Acht.

Es scheint also nötig, theoretische mit empirischer Arbeit zu verknüpfen, um – wie es beim John Law heißt –, «[to] find the micro in the macro and the macro in the mirco». Der Grund, weshalb sogenannte middle-range theories aber nach wie vor gerne belächelt werden, ist nicht nur, dass sie methodologisch irgendwie dazwischen stehen, sondern auch dass sie sich praxeologisch gegenüber den viel eindeutigeren Positionen ständig rechtfertigen müssen.


Bild: Phenakistiscope Disc with Distorted Man (1833) von Simon Von Stampfer, Smithsonian – Quelle.

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