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Namen

In agrarwissenschaftlichen Kreisen wurden traditionelle, amerikanische Maissorten im 20. Jahrhundert lang als ‘primitiv’, ‘unverbessert’, ‘indigen’ oder schließlich als «folk types» bezeichnet. Wie Helen Curry in Endangered Maize erklärt, dienten diese Bezeichnungen dazu, die Maissorten der einheimischen Bauernfamilien vom ‘modernen’, ‘ertragreichen’ oder ‘elitären’ Saatgut der professionellen Züchter:innen abzugrenzen. Erst als diese implizierte gesellschaftliche Hierarchie in der Öffentlichkeit diskutiert wurde und haben sich Menschen mit neuen Bezeichnungen wie «nativo», «heritage», «maya» oder «Tohono O’odham» für eine kulturelle Bedeutung dieser Sorten ausgesprochen.

Wie wir ein Objekt bezeichnen, bestimmt, wie dieses wahrgenommen wird.


Literatur: Curry, Helen Anne. Endangered Maize: Industrial Agriculture and the Crisis of Extinction. Oakland: University of California Press, 2022.

GIF: Eigenkreation aus Corn, Zea mays (1596–1610) von Anselmus Boëtius de Boodt, The Rijksmuseum – Quelle.

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