Verschwinden

Geschriebenes

Staatlicher Kolonialismus ist in den Jahrzehnten nach dem Ende des zweiten Weltkriegs langsam von der Bildfläche verschwunden. Trotz des Endes dieser Ära haben koloniale Strukturen überlebt. So könnte man etwa sagen, dass gewisse Biotechnologiefirmen mit agrarwissenschaftlichem Wissen fremde Gebiete kolonialisieren oder bestimmte politische Fraktionen sich kolonialen Argumentationsweisen bedienen. Kolonialismus ist selbstverständlich in unseren Wohlstand eingeschrieben und unsere kulturelle Vielfalt kann keinesfalls unabhängig davon gedacht werden. Überhaupt findet man umso mehr Koloniales bzw. Postkoloniales, je genauer man hinschaut. Und natürlich: indem man sich mit dem Verschwinden des Kolonialismus auseinandersetzt, schreibt man Kolonialgeschichte.

Verschwundenes bleibt so lange erhalten, bis man aufhört, darüber nachzudenken. (Nur wäre ein Vergessen in vielen Fällen das schlimmste Übel.)


Bild: Detail aus Fictional space tourism advertising poster for the Enceladus moon. Part of the JPL Visions of the Future. Inscript: «Visit Beatufiful Southern / Enceladus / More than 100 Breathtaking Gesysers! / The Home of ‹Cold Faithful› / Booking Tours Now», Courtesy NASA/JPL-Caltech, via Wikimedia Commons – Quelle.


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