Mobile
Geschriebenes
Die Welt ist möglicherweise wie ein Mobile: Alles ist mit allem verbunden und es kann kein Element angestoßen werden, ohne die anderen Bestandteile in Bewegung zu versetzen.
Diese Metapher legt nahe, dass das System in einen stabilen Zustand zurückfinden könnte, solange man nur genügend Abstand wahrt und alle neugierigen Menschenhände unter Kontrolle behält. Dazu müsste das Mobile aber auch in einen künstlichen Innenraum verschoben werden, um das fragile Konstrukt nicht den lokalen Windsystemen auszusetzen. Menschen in denselben Raum zu lassen, wäre riskant, da jede Form von Bewegung Unruhe stiftet. Fenster sind ebenfalls eine schlechte Idee, da das Sonnenlicht die Luftmassen aufwärmen könnte. Auch Kameras und dergleichen sollten vermieden werden, da sie Hitze generieren und im schlimmsten Fall mitsamt Stoßwellen in die Luft gehen könnten.
Wenn also das Mobile dort in diesem dunklen, isolierten Raum zur Ruhe kommt, wo es von nichts und niemandem gestört und beobachtet werden kann, dann hört das Mobile irgendwann auf, ein Mobile zu sein.
Bild: Mobile im Stil von Alexander Calder (2004), Foto von Andrew Dunn, via Wikimedia Commons – Quelle.