Wahrheit teilen
Geschriebenes«Der feurige Geist des edlen Jünglings strebte nach Wahrheit […]. Was er selbst nicht erforschen konnte, das schöpfte er aus den reichen Quellen des Gargettischen Weisen, und trank daraus im Uberfluß.»
Die Einleitung in Lukretz’ De rerum natura zeugt von einem der ersten umfassenden Projekte, naturwissenschaftliches, bzw. naturphilosophisches Wissen über die Welt in einem Buch zu versammeln. Genauso so beeindruckend wie die Ambition dieser wissenschaftlichen Anstrengungen des Römers ist seine Erkenntnis, dass Wissen allein nicht ausreicht:
«Enthusiastisch eingenommen von den Lehren der Epikurischen Philosophie, die damals und zu seiner Zeit wohl auch noch die konsequenteste seyn mochte, da sie sich an die bloßen Naturerscheinungen hinhielt, glaubte er sich im Besitz der vollkommenen Wahrheit; und in dieser Überzeugung forderte er alle Schätze seiner reichen poetischen Kunst und Einbildungskraft auf, um auch seinen Freund Memmius von der erkannten Wahrheit zu überzeugen.» (1821, IV)
Neben der Wahrheit brauche man auch ein Mittel, um diese in die Welt hinauszutragen. Dafür kann z. B. wie bei Lukretz Poesie und Einbildungskraft einstehen. Oder aber …