Objektivität tun
Geschriebenes
«Objektiv wird man, indem man objektive Handlungen durchführt», stellen Daston und Galison in ihrer Studie zum Konzept der Objektivität fest. «Es ist nicht so, daß ein bereits bestehendes Ideal auf den Arbeitsalltag angewandt wird, sondern umgekehrt: Ideal und Ethos werden durch Tausende konkreter Handlungen allmählich aufgebaut und ausgefüllt, so wie ein Mosaik sich aus Tauenden kleiner bunter Glasscherben zusammensetzt.» (S. 57)
Nach den Autoren ist Objektivität nicht unantastbar, sondern entsteht erst durch eine epistemische Praxis. Will man also herausfinden, was Objektivität ist (bzw. ob es sie überhaupt gibt), müsse man sich darauf konzentrieren, wie Objektivität «funktioniert». (S. 55)
Und wenn man jetzt das Gefühl verspürt, an allem, aber bitte nicht an der Objektivität zu rütteln, dann trägt man damit einen kleinen Teil zu deren Konstruktion bei.
Literatur: Daston, Lorraine & Galison,Peter: Objektivität, Frankfurt am Main 2007.
Bild: The Eiffel Tower – State of the Construction (1888) von Louis-Emile Durandelle, via Wikimedia Commons – Quelle.