Identifikation in Abgrenzung
Geschriebenes
Man kann versuchen, sich der der Feindschaft abzuschwören, allen Menschen Gutes zu tun, niemandem vor das Schienbein zu treten und der Welt wohlwollend und freundschaftlich zu begegnen.
Dabei wird man zur Feindin oder zum Feind des Feindlichen.
«Einen Feind zu haben ist nicht nur wichtig, um die eigene Identität zu definieren, sondern auch, um sich ein Hindernis aufzubauen, an dem man das eigene Wertesystem demonstrieren und durch dessen Bekämpfung man den eigenen Wert beweisen kann. Deshalb muss man, wenn man keinen Feind hat, sich einen fabrizieren.» (S. 9)
Literatur: Eco, Umberto: Die Fabrikation des Feindes. Und andere Gelegenheitsschriften. Übers. von Burkhart Kroeber. München 2014.
Bild: Detail des Plakats Deutsches Reich. Es gilt die letzten Schläge den Sieg zu vollenden! von Gerd Paul, Plakatmuseum Wien via Wikimedia Commons – Quelle.