Gestaltung und Design oder ‘Welt-Erkennen’ und ‘Welt-Erzeugen’
Geschriebenes
Nach der Philosophin Anke Haarmann treffen im gegenwärtigen, deutschsprachigen Designbegriff zwei semantische Felder aufeinander: Das deutsche Verb gestalten verweist etymologisch auf eine «künstlerische, symbolgenerierende Aktivität» (S. 222) während das englische design vom altfranzösischen desseign für ‘zeichnen, entwerfen’ abstammt.
Indem die deutsche Interpretation des Designbegriffs die englische Bedeutung einverleibt, komme es zu einer Verschränkung dieser zwei Aspekte. Und diese erweiterte Bedeutung sei deshalb von Bedeutung, weil unsere technologischen Möglichkeiten plötzlich die gleichzeitige Aktivierung von informationsgenerierendem und konstruktivistischem Design erlaubt. Design kümmert sich nach Haarmann also nicht nur um Oberflächen, sondern ist ein mächtiges, «spekulativ-epistemische[s] Verfahren[]» (S. 226), das unsere Wahrnehmung und Wirklichkeit fortlaufend (um)gestaltet.
Literatur: Haarmann, Anke: Zum erweiterten Designbegriff. In: Feige, Daniel Martin et. al. (Hg.): Philosophie des Designs. Bielefeld 2020, S. 213-228.
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