Quantifizierbarkeit
GeschriebenesSobald ich ein Phänomen mit einer Zahl (oder einem standardisierten Begriff) beschreiben kann, ist es egal, dass ich es bin, der das Phänomen beschreibt. Sobald nämlich Regeln vorhanden sind, wie sich ein Phänomen quantifizieren lässt, braucht man nicht mehr mir und meiner Perspektive zuzustimmen, sondern nur dem zugrundeliegenden Klassifikationssystem. Weil sich aber dieses mitsamt der eingeschriebenen Kriterien, Annahmen und historischen Entstehungsbedingungen nur schwer begreifen lässt, muss schließlich doch oft, anstelle meiner subjektiven Beschreibung, einer Zahl vertraut werden.
«[…] the reliance on numbers and quantitative manipulation minimizes the need for intimate knowledge and personal trust. Quantification is well suited for communication that goes beyond the boundaries of locality and community. A highly disciplined discourse helps to produce knowledge independent of the particular people who make it.»
Literatur: Porter, T. M.: Trust in Numbers: The Pursuit of Objectivity in Science and Public Life. Princeton 1995, S. ix.