Design als Re-Design
GeschriebenesDesign ist – so Bruno Latour – ein «Prozess, der nie bei Null anfängt: designen heißt immer redesignen. Stets ist bereits etwas da, das als Gegebenheit, als Sachverhalt, als Problem existiert.»
Weil Design mit dem arbeitet, was schon da ist, wird es oft als zweitrangig betrachtet – «als nachträglichen Einfall, als sekundäre Aufgabe, als eine weniger ernsthafte Aufgabe im Vergleich zu der des Ingenieurbüros, der Geschäftsabteilung oder der Wissenschaft». Doch genau darin liegt für Latour ein «gewaltiger Vorteil, verglichen mit dem Gedanken der Schöpfung.»
Designen bedeutet nicht, neu zu beginnen, sondern weiterzudenken, zu verbinden, zu verbessern.
Latour, Bruno: EIN VORSICHTIGER PROMETHEUS?. Einige Schritte hin zu einer Philosophie des Designs, unter besonderer Berücksichtigung von Peter Sloterdijk. In: van Tuinen et al. (Hg.): Die Vermessung des Ungeheuren. Philosophie nach Peter Sloterdijk. 2009, S. 357-373.