Kann ich um meine Existenz wissen? – Über Descartes und seinen ontologischen Zweifel

Es ist zwei Uhr morgens. Man liegt mit offenen Augen im Bett und starrt an die dunkle Decke. Oder man sitzt im Zug, den Kopf an die Fensterscheibe angelehnt. Das eigene Profil spiegelt sich im vorbeiziehenden Panorama. Oder man sitzt mit der Gabel im Mund. Der Kiefer bewegt sich auf und ab. Man ist in ...

Der Graf Zeppelin 1930 über der St. Paul's Cathedral in London (Quelle)

Nach oben!

Als Ferdinand Graf von Zeppelin im Jahr 1900 im ersten Luftschiff abhob. Als das Motorflugzeug der Gebrüder Wright 1908 zum ersten Mal den Boden verliess. Als US-Präsident Herbert Hoover 1931 mit dem höchsten Gebäude der Welt – dem Empire State Building in New York – den Zugang zu den Wolken eröffnete. Als Edmund Hillary und Tenzing Norgay 1953 als ...

Plötzliches Coming-of-Age: Mein 50-Cent-Moment

Die Kindheit ist eine Entdeckungsperiode. Ein Haufen Neugierde und Weltlust gepaart mit dem Trieb, alles umdrehen, kennenlernen und hinterfragen zu wollen. Doch dieses Verlangen nach Neuem birgt auch Gefahren. Das Kind soll tappen, spielen, glauben. Aber allein in seinem Kinderzimmer. Es soll entdecken, erfahren und lernen. Aber begrenzt auf das inszenierte Kinderuniversum. Wenn man aber ...

Die Welt spricht zwei Sprachen: eine wissenschaftliche und eine lyrische

«Im Herzen der Sprache – Sprache, die wir für ein integriertes Ganzes hielten, für eine Art grenzenlosen Ozean – haben wir zwei Bereiche mit entgegengesetzten Merkmalen entdeckt», hält Pius Servien in seinem Aufsatz Science et poésie fest und präzisiert. «Wir haben ihnen einen Namen gegeben: die erste, die Sprache der Wissenschaft, die zweite, die lyrische ...

3 unterschiedliche Arten, um (richtig?) mit Zitaten umzugehen

Gib es zu. Du hast es auch schon getan. Ich bin nicht der Einzige. Ich spreche von Zitaten. Sei es, um eine Postkarte aufzupimpen, einen Vortrag zu würzen, ein Gespräch zu intellektualisieren, einen Blog-Beitrag aufzufrischen. Es geht aber nicht um Zitate, die wir uns in einem Klassiker anstreichen und in unser Notizbüchlein übertragen. Ich meine ...

Die Antithetik des Frühlings

Frühling –! Es spriesst das Efeu. Die Elstern krächzen ihre Melodie. Und die Fruchtfliegen vermehren sich wie Fruchtfliegen. Das ist Frühling –! Heuschnupfen und Glücksgefühle. Dunkelrote Sonnenuntergänge und unerfüllte Liebeslust. Antithetik des Frühlings –! Es verdreht einem Kopf. Man jongliert mit Gegensätzen, vergleicht Unvergleichliches, übt Druck und Luft und Kraft und Mangel aus und legt ...

«Hier, das habe ich geschrieben.»

«Hier, das habe ich gestaltet, aufgenommen, konzipiert, gezeichnet, etc.» Mit einer solchen Äusserung übernehme ich Verantwortung für meine Arbeit, für ihre Fehler und Konsequenzen. In diesem Moment öffne ich mich für Kritik. Das ist, was ich gemacht habe. Das ist, wozu ich zu diesem Zeitpunkt fähig bin. Ich habe keine Ausreden. Ich kann mich nicht verstecken. Ich bin schuld daran. Niemand anderes. Und ich stehe dazu.

Obake (お化け) / Bakemono (化け物)

Bekannt als «Bakemono Zukushi» zeigt die wunderbare Zeichenrolle aus dem Japan des 18. bis 19. Jahrhunderts fletschende, grinsende und schaurige Monster, Kobolde und Fantasiewesen aus volkstümlichen Überlieferungen. Der Künstler und das genaue Datum sind unbekannt. Quellen: Bild (Via PDR)/ Musik

«Auf jeden Fall!» oder «Nein.» – eine Entscheidungshilfe nach Derek Sivers

«Ist es etwas geringeres als 'Wow! Das wäre fantastisch! Absolut! Auf jeden Fall!'- dann sag 'Nein'.»

Vintage Illustration eines schreibenden Mannes, veröffentlicht im Jahre 1821 von Hiram Cox Original aus der öffentlichen Bibliothek von New York. URL: https://www.rawpixel.com/image/323089/vintage-illustration-name-looto-serre-published-1821-hiram-cox-original-new-york-public-library

Neil Gaimans langweiliger Ratschlag an Schriftsteller

Woher kommen die Ideen für einen Roman, eine Erzählung, einen Artikel? Wie füllen sich die Seiten, formen sich die Charaktere und bilden sich die Dialoge aus? Und wie entstehen solch aussergewöhnliche Werke wie Neil Gaimans The Sandman, Good Omens oder The Graveyard Book? In einem Interview mit Seth Meyers spricht der britische Schriftsteller über die ...

Immer das Gleiche

Einige Gespräche drehen sich jedes Mal um das gleiche Thema. Egal wo man startet, man landet am selben Ort wie letztes Mal. Und vorletztes Mal. Es geht immer um das Gleiche. Vielleicht sind aber nicht die anderen schuld. Vielleicht bist du es, der ihnen nicht genügend anderen Gesprächsstoff gibt? GIF: Untitled, by Colin Raff (via ...

Das Sinnieren

Am Schreibtisch. Auf dem Sessel. Unter dem Lindenbaum. Mit dem Deckel auf dem Stift. Mit Tinte. Mit geschlossenen Augen. Mit offenen. Über Sinn und Unsinn. Über Fragen und Antworten. Im Geist. In der Erinnerung. In der Luft. In der Zukunft. Form und Farbe, Ort und Art, Was und Warum sind unterschiedlich.