Wenn der Himmel einstürzt

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Illustration von Gustav Doré vom Disaster beim Besteigen des Matterhorns (1865): URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Matterhorn_disaster_Dore.jpg

Mit einem Einspielergebnis von 1.2 Milliarden Dollar ist Skyfall der erfolgreichste James Bond Film aller Zeiten. Mit Abstand. Nicht nur finanziell, sondern auch in den Augen der Kritiker hat der Bond Movie von 2012 durchwegs gute Noten abgesahnt. Woran liegt das? Skyfall bleibt schliesslich ein James Bond Film: Es geht um Explosionen, Verfolgungsjagden, coole Sprüche, Frauen und Autos. Was hebt also diesen einen Film von den anderen ab? Liegt es am legendären Titelsong von Adele? Bestimmt. Aber das ist noch nicht alles.

Die Figur James Bond war während 23 Filme ein makelloser Heros. Ein göttliches Wesen aus dem Olymp. Zwar mit menschlichen Trieben, aber unantastbar, unbesiegbar, unbeugsam und unsterblich. In Skyfall zeigt sich zum allerersten Mal ein Riss in der Persona des Agenten 007. James Bond ist angeschlagen. Er ist am Ende. Zum ersten Mal zweifelt er an sich selbst. Zum ersten Mal weiss er nicht, ob er es noch schaffen kann.

Natürlich schafft er es am Ende. Es ist immerhin James Bond. Aber die Heldengeschichte ist eine ganz andere. Am Anfang steht ein Mensch, dem der Himmel auf den Kopf gefallen ist: Ein Held mit Makeln. Jemand, mit dem man sich identifizieren kann. Jemand, zu dem man eine Beziehung aufbauen kann. Jemand, der in einem eine emotionale Reaktion auslösen kann.

Ein Riss in der makellosen Fassade macht eine gute Geschichte.