Das Alltägliche

Geschriebenes

Wie man schreibt, spricht, denkt. Wie man geht, sich hinsetzt und wieder aufsteht. Wie man aus dem Bett kommt, sich anspornt und Sorge trägt. Wie man dem Gegenüber die Hand schüttelt, Respekt zollt und in die Augen schaut. Wie man die Pflanzen giesst, die Katze streichelt, den Teppich saugt. Das Alltägliche ist nicht trivial.

Denn wie man auf dem Stuhl sitzt, bestimmt, wie es um den eigenen Rücken stehen wird, die Fussstellung, wie sich die Knie anfühlen werden. Wie man anderen Menschen begegnet, hat nicht nur einen tiefgreifenden Einfluss auf das Umfeld, in dem man sich bewegt, sondern auch auf einen selbst. Wie man aus dem Bett kommt, hängt damit zusammen, mit welcher Einstellung man in den Tag startet. Und «how we spend our days is, of course,» wie Annie Dillard bestätigt, «how we spend our lives.» Das Alltägliche summiert sich auf.

Dieses eine Mal jedoch, als man die die Hand hoch hielt aber das High-Five ausblieb, als einem diese ungeschickte Antwort über die Lippen kam, als man auf der metaphorischen Bananenschale ausrutschte und ins Fettnäpfen trat. Dieses Einmalige hingegen, das Singuläre und das Nicht-Alltägliche – das ist trivial. Auch wenn es sich nicht so anfühlt.


Bild: Ice-skating in a Village, ein Ölgemälde von Hendrick Avercamp, 1610. (Quelle)