Den Namen nennen

Geschriebenes

Das «Du» funktioniert nur, wenn klar ist, wen ich damit meine. Ich starre zwar ein bestimmtes Gesicht an, doch für alle anderen schaue ich auf einen beliebigen Punkt auf meinem Bildschirm.

Wird aber der Name genannt, weiss jeder, wer angesprochen ist. Und nicht nur das. Fällt mein Name, so schauen alle Gesichter auf einmal nicht mehr nach vorne, sondern auf mich. Ich kann nicht ausweichen, mich nicht verstecken, denn ich habe das Wort. Ich bin nicht nur online, sondern nehme teil. Und das nicht als ein «Du», sondern als Ich.


Bild: Ausschnitt aus The Divine Comedy, Inferno, plate 14, The Tempest of Hell von Gustave Doré (1880) – Quelle.