Mute

Geschriebenes

Räuspern und Keuchen im Ohr. Blätterrascheln, nervöses Fingerturnern auf dem Schreibtisch. Rauschen und Knacken.

Mute – und aus der lärmigen Unruhe wird herrliche Stille.

Doch dabei hört es nicht auf.

Mute – und es geht die Spontaneität verloren.

Mute – und man wird zum passiven Mithörer.

Mute – und man muss sich nicht mehr zusammenreissen.

Mute – und man fühlt sich nicht mehr verantwortlich.

Mute – und man verliert den Faden.

Mute – und man schweift ab.

Klar. Manchmal geht es nicht anders.

Aber wenn man schon auf mute klickt, dann lohnt es sich, so zu tun, als hätte man es nicht getan.


Bild: Tableau synoptic des traits physionomiques: pour servir a l’étude du “portrait parlé” von Alphonse Bertillon (ca. 1909) – Quelle.