Geistige Räumlichkeiten

Geschriebenes

Sprechen wir in Bezug auf unsere Gefühle, Wahrnehmungen und Vorstellungen von «innen» und «außen», sind damit keine räumliche Verhältnisse gemeint. Damit nämlich etwas einem Innen oder Außen zugeordnet werden könnte, müsste der Geist lokalisierbar sein. Wo aber soll sich das Zentrum dieses Geistes befinden? Im Herzen? Wenn ja, auf welcher Seite? Im Hirn? Nur wo genau? Und wie weit ist der Geist ausgedehnt? Bis unter oder über die Haut? Oder gar darüber hinaus?

Der Geist ist an sich unräumlich. Das hindert uns aber nicht daran, etwas als «außen» oder «innen» zu bezeichnen. Denn selbst wenn sich weder ein Zentrum noch eine Grenze des Geistes bestimmen lässt, sind Relationen zwischen Geistigem möglich. Ein Gefühl, eine Wahrnehmungen oder eine Vorstellungen ist also nicht innerhalb oder außerhalb des Geistes, sondern außen oder innen relativ zu anderen Gefühlen, Wahrnehmungen oder Vorstellungen.


Bild: Ausschnitt einer Illustration aus Essai d’Anatomie (1745) von Gautier Dagoty – Quelle.