Schichten dazwischen

Geschriebenes

Im Studium der Literaturwissenschaften setzt man sich mit der Existenz von Künstlerinnen oder Schriftstellern auseinander, die in ihrem sozialen und geschichtlichen Kontext die subjektive Welterfahrung bzw. Denkweise in primär schriftlichen Formen explizit oder implizit einem Publikum zugänglich machten und versucht sich deren spezifischen Arten und Weisen in Diskursen anzunähern. In einem Wort: Was wir an der Uni betreiben sind Lebenspraxisverarbeitungsvermittlungsanalysendiskussionen.

Durchdringt man Schicht für Schicht, wird klar, dass wir uns im Endeffekt um das reale menschliche Leben kümmern. Aber eben nur noch im entferntesten Sinne.

(PS: Diese Schichten zwischen Gegenstand und Wirklichkeit lassen sich in praktisch jeder Beschäftigung feststellen. Manchmal sind es mehr, manchmal weniger.)


Bild: Ausschnitt aus The Fashion Magazine as Temptress, Femina (1928) – Quelle.