Doppelte Objektivierung

Geschriebenes

Objektivität hat eine reale Bedeutung: Sie dient dazu, die Dinge unserer Wahrnehmung vergleich- und damit untersuchbar zu machen. Objektivität übernimmt aber auch eine soziale Funktion: Denn um Dinge objektivieren zu können, müssen auch unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen einander angeglichen werden.

«Angesichts der komplexesten Realität würden wir, wenn wir auf uns selbst gestellt wären, die Erkenntnis im Pittoresken und Suggestiven suchen; die Welt wäre unsere Vorstellung. Wären wir dagegen ganz auf die Gesellschaft angewiesen, würden wir die Erkenntnis im Allgemeinen, Nützlichen, Konventionsgemäßen suchen; die Welt wäre unsere Konvention. In der Tat ist die wissenschaftliche Wahrheit eine Voraussage oder besser noch: eine Verkündigung. Wir rufen die Geister zur Übereinstimmung auf, wenn wir eine wissenschaftliche Neuigkeit verkünden und dabei mi selben Zuge einen Gedanken und eine Erfahrung vermitteln, die wir in einer Verifikation miteinander verknüpfen: Die wissenschaftliche Welt ist also unsere Verifikation.» (Bachelard, Gaston: Der neue wissenschaftliche Geist. Übers. v. Michael Bischoff. Berlin 1988, S.16)


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