Vom Globus zum Planeten
Geschriebenes
Der Globus zeigt die Erde als Ganzes. Er ist rund und glatt. Man kann ihn drehen und vermessen. Er präsentiert die Erde als Einheit, verbunden durch Handelswege, Verkehrsinfrastruktur und Kommunikationsnetzwerke. Der Globus symbolisiert – daher der Name – das globale Denken und reflektiert die Welt als etwas, das man von oben (bzw. außen) betrachten und kontrollieren kann.
Dem stellt das planetarische Denken eine radikal andere Vorstellung entgegen. Anders als das Globale rückt die planetarische Perspektive nicht einen «totalisierenden Überblick, sondern [] Konstellationen der Vernetzung und Interdependenz» in den Mittelpunkt. Der Planet ist keine Kugel, sondern «a unified, complex system comprised of the tightly linked atmosphere, hydrosphere, geosphere and biosphere.» Planetarisch denken bedeutet, nicht nach Übersicht zu suchen, sondern Wechselwirkungen zu erkennen; nicht auf die Welt zu schauen, sondern zu verstehen, was es heißt, Teil von ihr zu sein.
Bild: Meteorology: a view of the Earth and the sun during summer [in the Northern hemisphere]. Coloured lithograph. Wellcome Collection – Quelle.
Literatur: Hamilton, C.: „Ecologists butt out: You are not entitled to redefine the Anthropocene“. The Anthropocene Review, 18.08.2014. URL: http://www.theanthropocenere- view.com/2014/08/ecologists-butt-out-you-are-not.html (Zugriff: 15.5.23)
Horn, E. & Bergthaller, H.: Anthropozän zur Einführung. Hamburg 2019.