Grenzüberschreitungen mit System
GeschriebenesEine Metalepse ist mehr als ein rhetorisches Instrument. Sie bezeichnet nach Gérard Genette einen bewussten, narratologischen Regelbruch: Mit einer Metalepse wird die «bewegliche, aber heilige Grenze zwischen zwei Welten: zwischen der, in der man erzählt, und der, von der erzählt wird» übertreten.
Es können aber nicht nur die Erzählebenen (Metalepse) durchbrochen werden, sondern auch die Zeitstrukturen und Kausalität (Syllepse) oder die Perspektiven und Vermittlungsmodi (Paralepse). Alle Grenzüberschreitungen haben aber etwas gemeinsam: Indem sie mit den Regeln der Weltbildung brechen, wird die Fiktionalität der Welt markiert.
Literatur: Meixner, Sebastian: Narratologie und Epistemologie. Studien zu Goethes frühen Erzählungen (= Studien zur deutschen Literatur 219), Berlin, Boston 2019, S. 94.