Qualifikation

Geschriebenes

Für fast alle Berufe braucht es gewisse Qualifikationen. Es braucht Beweise, dass man über die Fähigkeiten verfügt, welche für die Tätigkeiten benötigt werden: mit Diplomen und Zertifikaten, mit nachweisbaren Erfahrungen, mit vertrauenswürdigen Referenzen. Beim Schreiben ist das möglicherweise verschieden, wie Peter Bichsel in einem Interview mit Hans Ulrich Obrist für Das Magazin erklärt. Da zählt nicht, was man kann, sondern dass man es versucht, nicht das Wissen, sondern das Fragen, nicht die Beherrschung, sondern das Ringen:

Bei sämtlichen Berufen hören wir alle Tage: Weiterbildung, Weiterbildung, Weiterbildung. Man muss besser werden, eine Zweitausbildung machen, noch besser werden. Nur Schriftsteller müssen das nicht. Ich sage: «Wehe dem Schriftsteller, der es kann.» Wie habe ich gelitten als Kind, wenn ich eine Geschichte schreiben wollte, aber nicht wusste, worüber. Es ist das Grundproblem des Schreibens schlechthin, und es ist geblieben. Ich schreibe, weil ich es nicht kann.


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