Max Planck über Innovation und Fortschritt

«Wer nicht gelegentlich auch einmal kausalwidrige Dinge zu denken vermag, wird seine Wissenschaft nie um eine neue Idee bereichern können.» Um die Ecke zu denken, bedeutete für den deutschen Physiker Max Planck (1858-1947) die Grundlage eines progressiven Schaffens und Lebens. Philosophische Grenzfragen beschäftigten den fortschrittlichen Denker und Nobelpreisträger.

Planck war davon überzeugt, dass Irrlehren nur dann von neuen Erkenntnissen abgelöst werden können, wenn die davon überzeugten Professoren und deren Schüler ausstreben. Das Alte müsse zuerst beerdigt werden, bevor neue Theorien auf dem Nährboden der unvoreingenommenen Generation gedeihen können:

 «Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.»

Der Fortschritt bewege sich unweigerlich auf ein gottgleiches, vollkommenes Ziel zu. Dieses Ziel zu erreichen sei nicht realistisch.. Aber weil wir ein Ziel definieren, haben wir eine vorgegebene Richtung. Und dieser Richtung folgen wir Schritt für Schritt. Das ist Fortschritt. So entsteht Innovation.

„Welches ist nun die Richtung dieses Fortschrittes und welchem Ziel strebt er zu? Die Richtung ist offenbar eine beständige Verfeinerung des Weltbildes durch Zurückführung der in ihm enthaltenen realen Elemente auf ein höheres Reales von weniger naiver Beschaffenheit. Das Ziel aber ist die Schaffung eines Weltbildes, dessen Realitäten keinerlei Verbesserung mehr bedürftig sind und die daher das endgültig Reale darstellen. Eine nachweisliche Erreichung dieses Zieles wird und kann niemals gelingen.“