Ergonomie rückwärts

Geschriebenes

Designt man einen ergonomischen Stuhl, sollte sich dieser weder der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule anpassen noch nach den ‘idealen’ Winkeln der Gelenkknochen richten noch die Beschaffenheit des Sitzgewebes berücksichtigen – im Gegenteil: ein ergonomischer Stuhl ist so hart, unbequem und deformiert wie möglich.

Das gesundheitliche Problem liegt nämlich nicht in Art und Weise des Sitzens, sondern im Sitzen per se. Nach ergonomischen Gesichtspunkten sollte also der beste Stuhl jener sein, von dem man am schnellsten wieder aufsteht.


Anmerkung: Laut dem DWDS versteht man unter dem Begriff der Ergonomie eine «Wissenschaft von den Leistungsmöglichkeiten und -grenzen des arbeitenden Menschen sowie von der optimalen wechselseitigen Anpassung zwischen dem Menschen und seinen Arbeitsbedingungen.»

Bild: Woman reading in the garden (ca. 1890–1907) von Edward Penfield. Original von The New York Public Library – Quelle.