Aufstehen, Hinsetzen, Arbeiten – Was wir von Isaac Asimov lernen können

„Alles Menschenwerk, so es die gewöhnlichen Grenzen an Größe oder Vollendung überschreitet, hat etwas Erschreckendes an sich“, schreibt Clemens Brentano (1778 – 1842). Ab und zu lohnt es sich aber, einen Blick hinter diese erschreckende Fassade zu werfen und die Entstehung dieser Grösse oder Vollendung zu rekonstruieren (oder es zumindest zu versuchen).

Der russisch-amerikanische Science-Fiction- und Sachbuch-Autor Isaac Asimov (1920-1992) verfasste im Verlauf seiner Karriere über 500 Bücher sowie Hunderte von Kurzgeschichten und Essays. Lasst diese Zahlen bitte ein bisschen wirken…

Neben seiner Schriftstellerei holte sich der jüdische Secondo mit 28 Jahren den Doktortitel und arbeitete als Dozent für Biochemie an der Universität Boston. Erst mit 38 Jahren machte er das Schreiben zu seinem Hauptberuf. Aber wie um alles in der Welt gelang es ihm, diese Unmengen an Schriftstücke zu veröffentlichen?!

1. Disziplin
Isaac Asimov stand jeden Morgen um 6:00 Uhr auf, setzte sich hin und arbeitete. Ob er Lust dazu hatte oder nicht, ob er sich gut fühlte oder nicht, ob sich auf dem Papier eine Geschichte ergab oder nicht, ob ihm das Geschriebene gefiel oder nicht. Er tippte. Und das jeden Tag. Ein New York Times Artikel von 1992 beschriebt seine bedingungslose Arbeitsroutine:

His usual routine was to awake at 6 A.M., sit down at the typewriter by 7:30 and work until 10 P.M.

In „In Memory Yet Green,“ the first volume of his autobiography, published in 1979, he explained how he became a compulsive writer. His Russian-born father owned a succession of candy stores in Brooklyn that were open from 6 A.M. to 1 A.M. seven days a week. Young Isaac got up at 6 o’clock every morning to deliver papers and rushed home from school to help out in the store every afternoon. If he was even a few minutes late, his father yelled at him for being a folyack, Yiddish for sluggard. Even more than 50 years later, he wrote: „It is a point of pride with me that though I have an alarm clock, I never set it, but get up at 6 A.M. anyway. I am still showing my father I’m not a folyack.“

2. Fokus
Asimov machte das Schreiben zu seiner einzigen Priorität. Und für diese Priorität setzte er alles ein, was er hatte. Das Schreiben war sein Baby. Und niemand durfte seinem Baby zu nahe kommen. Asimov meinte in einem Interview: „I do all my own typing, my own research, answer my own mail. I don’t even have a literary agent. This way there are no arguments, no instructions, no misunderstandings. I work every day. Sunday is my best day: no mail, no telephones. Writing is my only interest. Even speaking is an interruption.“

3. Einfachheit
Asimovs Schreibstil war weder opulent noch pompös, noch bunt, noch besonders aufregend, sondern einfach, funktional und geradlinig. Dekoration war für ihn Zeitverschwendung. „Isaac says that he loves to fly into space and span the galaxies“, wie der Editor Ben Bova feststellte. „But only in his imagination.“

4. Resilienz
Die einfache Schreibweise, das Vermeiden von komplexen Ausführungen, das Fehlen von intellektueller Selbstdarstellung stiessen in weiten Kreisen auf Abneigung. Aber Asimov kümmerte sich nicht um kritische Stimmen. Er arbeitete. 1980 schrieb James Gönn über I, Robot:

“Except for two stories [of Asimov]—”Liar!” and “Evidence”—they are not stories in which character plays a significant part. Virtually all plot develops in conversation with little if any action. Nor is there a great deal of local color or description of any kind. The dialogue is, at best, functional and the style is, at best, transparent… The robot stories and, as a matter of fact, almost all Asimov fiction—play themselves on a relatively bare stage.”

5. Leidenschaft
„I have been fortunate to be born with a restless and efficient brain, with a capacity for clear thought and an ability to put that thought into words,“ kommentierte einst Asimov sein Talent. „None of this is to my credit. I am the beneficiary of a lucky break in the genetic sweepstakes.“ Aber Asimov liebte seine Arbeit, er liebte das Schrieben.

„Writing is more fun than ever. The longer I write, the easier it gets.“

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Tableau I, Piet Mondriaan, 1921

“You just get up early in the morning, you work really hard, you learn something every day, you put one foot in front of the other“, wie Charlie Munger pragmatisch formulierte, „and if you live long enough, eventually you will get what you deserve.” Das ist alles. Mehr braucht es nicht. Mehr gibt es nicht. Alles, was wir tun können, ist die Zeit einzusetzen, die wir haben. Das Resultat liegt ausserhalb unserer Reichweite.

Über Handshakes, Netzwerke und exponentielle Möglichkeiten

Begrüssen sich 2 Personen, so findet ein Händedruck statt.

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Bei 3 Personen werden 3-mal Hände geschüttelt.

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Findet eine Begrüssung unter 4 Personen statt, so lassen sich insgesamt nicht 4, sondern 6 Händedrücke zählen.

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Begrüssen sich 5 Personen, so werden 10-mal Hände geschüttelt.

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Bei 6 Personen sind es bereits 15 Handshakes.

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Und schon mit 7 Personen wird das Ganze etwas mühsam zu zeichnen, denn wenn jeder jedem die Hand gibt, finden insgesamt 21 Begrüssungen statt. Bei 10 Personen sind es 45, bei 20 Personen 190 und bei 50 Personen bereits 1225 Händedrücke.

Stellen wir uns vor, es handle sich bei dieser „Handshake-Orgie“ um ein Management-Treffen eines internationales Konzerns. Dieses Unternehmen besitzt je eine Niederlassung in 50 unterschiedlichen Ländern auf der ganzen Welt. Die Konzernleitung plant im Anlass einer sich anbahnenden strukturellen Veränderung der Firma eine kollaborative Standortbestimmung, Problemdiskussion und Lösungsfindung. Dafür lädt der CEO jeweils einen Abgeordneten aus jedem vertretenen Land für eine 3-tägige Retraite ein. Die Reisekosten sowie alle Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung, Unterhaltungsprogramm, Verbrauchsmaterialen und Kompensation der Arbeitsstunden belaufen sich auf durchschnittlich 7’000.- pro Person. Das bedeutet mit 350’000.- eine rechte Stange Geld für ein Unternehmen, dessen nahe Zukunft nicht gerade rosig aussieht. Die Geschäftsleitung überlegt sich also, das Treffen zu verkleinern und nur jeweils 1 Vertreter der 10 umsatzstärksten Filialen einzuladen. Die Kosten für das Treffen würden sich damit um ca. 80% reduzieren.

Aus der Analyse von vorjährigen Management-Treffen ergibt sich aber, dass jede Begegnung zwischen zwei Teilnehmern und der damit verbundene Informations- und Gedankenaustausch dem Unternehmen einen durchschnittlichen mittelfristigen Nutzen von 1’000.- – zusätzlich zur normalen Umsatzsteigerung – generiert. Berücksichtigt man also neben den Kosten, die für jeden Teilnehmer anfallen, den finanziellen Nutzen der möglichen Verbindungen, so ergibt sich folgendes:

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Unter dem Strich wäre die Reduktion der Teilnehmer zwar eine Einsparung bei den Kosten des Events selbst, aber gleichzeitig ein Verlust, wenn man den Nutzen der Begegnungen miteinberechnet. In diesem Fall ist nämlich nicht der Preis der Teilnehmer, sondern der Nutzen des Netzwerks und dessen Verbindungen entscheidend. Je grösser das Netzwerk, desto höher ist sein Wert.

Natürlich klingt dieses Beispiel mit physischen Interaktionen zwischen Personen etwas schräg. Eine 50-köpfige Gruppe wird sich kaum so organisieren, dass jeder mit jedem in einen fruchtbaren Austausch tritt. Wendet man allerdings dasselbe Prinzip nicht auf tatsächliche, sondern nur auf mögliche Verbindungen an, wirkt das Ganze schon etwas stimmiger. Und stellt man sich Computer oder Telefone anstelle von Managern an, ergibt sich allmählich einen Sinn.

Wollte man zwischen 1877 und 1964 in den Vereinigten Staaten oder in Kanada einen Telefonanschluss installieren, so gab es im Grunde nur eine vernünftige Möglichkeit: das Bell-System. Weshalb? Nicht unbedingt weil das Bell-System die beste Technologie nutzte oder der tollste Brand war. Auch nicht wegen der Kontroverse, ob Alexander Graham Bell – nach welchem das System benannt wurde – das Telefon nun erfunden hatte oder nicht. Nein, man entschied sich für das Bell-System, weil jeder andere das Bell-System nutzte.

Ich würde nicht die Mühe auf mich nehmen und einen E-Mail Account installieren, wenn ich damit nur meiner Mutter schreiben könnte. Der Service macht erst dann Sinn, wenn ich damit Zugang zu einem Netzwerk von vielen Nutzern erhalte. Der Account wird mit jeder weiteren Person, die ich damit erreichen kann, wertvoller.

Bob Metcalfe (*1946), der Erfinder des Ethernets (= privates, lokales Netzwerk zwischen Computern), war zwar nicht der Erste, der den Netzwerkeffekt erkannte und vermarktete, aber der Erste, der das Prinzip in einem einfachen Diagramm darstellen konnte:

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Metcalfesches Gesetz: Der Wert eines Kommunikationsnetzwerkes ist proportional zu der Anzahl der damit verbundenen Nutzern im Quadrat (n2)

PayPal belohnte Ende der 90er Jahre jeden neuen Kunden mit 10 US-Dollar. 10 weitere Dollar erhielten sie für jeden Freund, dem sie den Service von PayPal schmackhaft machen konnten. Leute dafür zu bezahlen, deine Kunden zu sein, kann natürlich auf lange Sicht nicht nachhaltig sein. Diese aggressive und kostenintensive Akquisition bescherte PayPal aber innerhalb von kurzer Zeit ein enorm rasches Nutzerwachstum. Und weil PayPal bei jeder Transaktion einen kleinen Betrag abzieht, profitiert das Unternehmen von einem grösseren Netzwerk, sprich, von mehr Transaktionen innerhalb dieses Netzwerks. Der mittelfristige Verlust, durch die enorme Investition in die Erhöhung der Nutzerzahl nahm PayPal also in Kauf, um langfristig Gewinne aus dem grösseren Netzwerk zu ziehen.

„Mr. Watson, come here. I want you“, sagte Alexander Graham Bell 1915 in die Sprechmuschel seines Telefons in New York. 5’500 Kilometer entfernt, antwortete ihm sein Assistent Dr. Watson in San Francisco: „It will take me five days to get there now!“ Das erste transkontinentale Telefongespräch war zwar nur symbolischer Natur war, doch markierte einen wichtigen Meilenstein der modernen Kommunikationskultur: eine Telefonleitung, aber unzählige Empfänger. Eine Plattform, aber unzählige Verwendungszwecke. Ein Netzwerk, aber unzählige Verknüpfungen. Eine Idee, aber unzählige Möglichkeiten.

Ich verabschiede mich mit einem Händedruck.

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The Spritit of Communication – das Firmensymbol von AT&T seit 1914 und Titelsymbol aller Telefonbücher des Bell-Systems.

1 Monat Studium: Was vom Lehrstoff wirklich übrigbleibt…

Ein Studium ist primär zum Lernen da. Ich glaube, da sind wir uns einig. Doch wie kann es dann sein, dass es mir (und vielen anderen) schwerfällt, sich nach Abschluss des Semesters noch an mehr als eine ausgebleichte Version des Prüfungsstoffes zu erinnern?

Was geschieht eigentlich während der ganzen Stunden, die man im Verlaufe des Semesters in Vorlesungssälen und Seminarräumen verbringt? In welche Abgründe verschwinden alle Informationen, von denen man nur so zugeschüttet wird? Bleibt überhaupt irgendetwas hängen? Oder perlt das Gelehrte wie Regentropfen an einer Glasscheibe ab, während man im eigenen Kopf in Gedanken versinkt?

Vor einem Jahr – während meines ersten Semesters an der Uni Zürich – stellte ich mir genau diese Frage und führte ein kleines Experiment durch. Während eines Monats notierte ich nach jeder Vorlesung und jedem Seminar einen Gedanken oder eine Frage in meinem Kalender. Einen einzigen Punkt wollte ich jeweils festhalten und mit aus der Klasse nehmen. Es sollte kein Aufsatz und noch nicht einmal eine inhaltlich zusammenhängende oder gar sinnvolle Ausführung werden. Das Ziel der Übung war einzig und allein, einen Fischerhaken in das Meer an Informationen zu versenken, etwas herauszuziehen und aufzubewahren.

Wenn ich heute auf die Liste meiner Notizen schaue, dann bin ich auf den ersten Blick nicht besonders stolz auf meinen spärlichen Fang. Ehrlich gesagt frage ich mich sogar ein wenig, ob nicht nur das Fischen eine blöde Idee war, sondern ob dieses Meer es überhaupt wert ist, befischt zu werden. Oder in weniger metaphorischer Sprache: Ist dies wirklich alles, was man von einem Germanistik- und Philosophiestudium erwarten kann?

Auf den zweiten Blick verwerfe ich diesen Zweifel aber wieder, weil mich dieses Experiment erstens dazu zwang, den Stoff zu reflektieren und dem Geschehen im Vorlesungssaal zumindest ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Zweitens ist es spannend, zu beobachten, welche Erinnerungen diese Notizen vom vergangenen Jahr hervorrufen. Und drittens (und wichtigstens): Wenn von hundert Notizen nur eine einzige eine Veränderung bewirkt, dann war es die Übung wert. Wenn auf hundert schlechte Ideen eine gute folgt, bezahlt diese für die Unkosten der vorherigen. Und es bleibt ein Profit übrig. Das ist der Grund, weshalb ich diesen Blog betreibe und das ist auch der Grund, weshalb ich diese Liste teile.

Zwei Goldfische und ein Seefisch (Christiceps argentatus), by Josef Maria Eder and Eduard Valenta, 1896
Zwei Goldfische und ein Seefisch von Josef Maria Eder und Eduard Valenta, Röntgenbild, 1896

Notizen:

1
Dichtung kann nicht lügen. Der Dichter erhebt nicht den Anspruch, sich auf wahre Begebenheiten zu beziehen.

2
Geschriebene Sprache ist primär. Schrift sekundär. Schon immer. Wie würde es aussehen, wenn wir den Spiess umdrehen? Und mehr schreiben als sprechen? Den Kindern vor dem Sprechen das Schreiben lehren? Die Sprache der Schrift anpassen?

3
Im Mittelalter bedeutete Trauer: schreien, klagen, weinen, Blut speien. Trauer musste laut und schmerzhaft sein, weil nur so die Trauer echt war. Denn alles, was die Öffentlichkeit mitbekommt, das war wahr, das war authentisch. Heute fressen wir die Trauer in uns hinein – was in uns geschieht, was persönlich und nicht öffentlich ist, das soll wahr sein. Doch wie sollen die anderen nur davon erfahren?

4
Ist die Besserstellung eines Individuums gerechtfertigt, auch wenn sich die Situation des benachteiligsten Individuums nicht verbessert?

5
Intuitiv (deduktiv) ist das Gegenteil von demonstrativ (induktiv).

6
Der Erzähler ist nicht der Autor. Der Satzduktus ist folglich nicht der Charakter der Schreibmaschine.

7
Jede Fussnote endet mit einen Punkt. Was schon nicht?

8
Im Gespräch mit einem Linguisten niemals das Wort „Wort“ benutzen! Da lauern zu viele Fallen. Wort ist nicht gleich Wort.

9
lützel
; mhd. für „klein, wenig“ macht sich doch noch gut als Beleidigung? Du Lützel!

10
Bei der Expandierung des Stadtstaates zu einem Nationalstaat muss der Verlust der direkten Face-to-Face Gemeinschaft kompensiert werden.
Durch z.B.:
– Kommunikationsgemeinschaft (Sprache, geteilte kulturelle Kodierungen)
– Sicherheitsgemeinschaft

11
DAS GEBRANNTE KIND SCHEUT DAS FEUER!!!

12
Wie kompensieren wir in der interpersonalen Kommunikation den Verlust der Direktheit (Mail, Text, Social Media, etc)?

13
Anscheinend bin ich ein Strukturalist, wenn ich für das Nullmorphem bin.

14
Auslassung ist oft effektiver als Aussprache.

15
Wiederholungen gibt es nicht. Wenn man etwas wiederholt, dann ist das Etwas eben nicht mehr dasselbe, sondern immer auch etwas Anderes.

16
Niemals werden restlos alle Information zu einem Geschehen wiedergegeben. Erzählen ist immer Selektion und Reduktion!

17
Flexion, Derivation oder Kompositum? Irgendwie alles miteinander… Ein bisschen schief, ein bisschen verschoben und zusammengeflickt.

18
Der Heros mach Lärm und Krach. Doch es ist auch der Heros, der anpackt, vorwärts denkt und Probleme löst.

19
Die Einführung eines neuen Begriffs dient nicht unbedingt der Klärung, sondern kann auch zur Verwirrung oder Überforderung beitragen. Definitionen sagen nie etwas über die Wirklichkeit, aber nur über die Begriffe selbst aus. Es gibt also keine falschen oder richtigen Definitionen, sondern nur klarere und weniger klare Definitionen.

20
Alle Erkenntnis beginnt mit Erfahrung.

21
Linguistik ist wirklich derart absolut übermässig abstrakt.

22
Literaturwissenschaft ist eigentlich Medienwissenschaft unter dem Aspekt der Kunst.

23
Mythologie und Realität (Mathematik) sind je nach Kontext gar nicht so unterschiedlich…

24
Singular, Plural, Dual, Trial, Quadral, Paukal, Paral, …

25
Bei Übersetzungen ist selbst die Interpunktion Interpretation.

26
Ist eine Aktion ohne kalkulierbare Konsequenzen gerechtfertigt? (Vgl: Taleb, Der Schwarze Schwan)

27
Woran wir glauben, was wir für recht halten, erfordert möglicherweise nicht unsere Zustimmung und ist deshalb vielleicht nicht frei wählbar.

28
Lyrik ist immer da, wo verdoppelt wird.

Die letzte verschlossene Tür der Wissenschaft – David Hume über den Bereich des Unmöglichen

Die Stringtheorie versucht den Ursprung des Universums mithilfe von vibrierenden, eindimensionalen Teilchen – sogenannten „Strings“ – zu erklären. Alle Physiker, die die Implikationen dieser Theorie zu verstehen glauben, lassen sich vermutlich an einer Hand abzählen. (Mir ist selbst der Wikipedia-Artikel zu anspruchsvoll.) Und auch falls du zu dieser Minderheit zählen würdest, wäre dies neben der intellektuellen Stimulation nicht besonders viel wert. Denn es lassen sich nicht wirklich Experimente durchführen, um die Stringtheorie zu überprüfen.

Mehr als zwei Drittel unseres Universums besteht aus dunkler Materie, von der wir nicht wissen, wie sie sich verhält, woraus sie besteht, und was sie eigentlich genau ist. Ein Gehirn besitzt ungefähr 90’000’000’000 (90 Milliarden) Nervenzellen und ca. 100’000’000’000’000 (100 Billionen) Synapsen. Und selbst in einem Liter Wasser sind 33’000’000’000’000’000’000’000’000 (33 Quadrillionen) Atome vorhanden. Dass wir nicht verstehen, wie diese Teilchen tatsächlich miteinander interagieren, ist vielleicht nicht nur eine Frage von Rechenleistung.

Ob Antworten auf offene Fragen nur schwierig zu finden sind, oder ob sie nicht gefunden werden, weil es sich um unerklärliche Mysterien handelt, ist kaum zu unterscheiden. Genau dieser Unterschied sei jedoch elementar, wie Peter Thiel in Zero to One erklärt: „You can achieve difficult things, but you can’t achieve the impossible.“

Für den schottischen Philosophen David Hume (1711 – 1776) ist die letzte Ursache von jeglichem Geschehen in der Natur ein solches Mysterium. Es liege ausserhalb unserer Reichweite, die Kausalitäten und Wechselwirkungen von solch komplexen Systemen zu verstehen. Selbst wenn die Wissenschaft Fortschritte macht, entstehen aus Antworten neue Fragen. Und aus Wissen neue Möglichkeiten. Aber der Horizont bleibt in der Ferne. Hume schreibt in Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand:

«Daher kommt es, dass kein vorsichtiger und bescheidener Philosoph es je unternommen hat, die letzte Ursache von irgend einem Naturvorgang anzugeben oder die Wirksamkeit der Kräfte bestimmt darzulegen, welche in der Welt irgend eine Wirkung herbei führt. […] Die letzten Kräfte und Prinzipien sind der menschlichen Wissbegierde und Forschung gänzlich verschlossen. Elastizität, Schwere, Zusammenhang der Teile, Mitteilung der Bewegung durch Stoß sind vielleicht die letzten Ursachen und Prinzipien, die man in der Natur entdecken kann, und man muss sich glücklich schätzen, wenn durch sorgfältige Untersuchung und Überlegung die besonderen Erscheinungen sich bis auf diese allgemeinen Prinzipien oder bis nahe zu ihnen zurückführen lassen.

Die vollkommenste Philosophie der Natur schiebt nur unsere Unwissenheit ein Wenig weiter zurück, und ebenso dient vielleicht die vollkommenste Metaphysik und Moralphilosophie nur dazu, größere Stücke von unserer Unwissenheit bloß zu legen.

So ist menschliche Schwäche und Blindheit das Ergebnis aller Philosophie; bei jeder Wendung treffen wir auf sie, trotz aller Versuche, sie zu beseitigen oder zu umgehen.» 

Phenakistiskop 1833

Die Karte und der Weg

Ich zeichne eine Karte und den Weg,
eine Enge und das Meer.

Ich male Wolken an den Himmel,
stelle Möbel in die Zimmer.

Ich schreibe Wörter auf das Blatt
und forme Bilder aus dem Satz.

Ich ziehe Klänge aus den Saiten,
seh den Horizont sich weiten.

Ich drücke Farbe aus den Träumen,
bestreich die Blätter an den Bäumen.

Ich schneide Löcher in das Ganze
und füll die Leere wieder auf.

Ich spür das Regelmass des Zufalls
und die Fälligkeit der Regel
auch.

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Zeichnung einer totalen Sonnenfinsternis aus: The Trouvelot Astronomical Drawings, 1882

Der Sprung ins Absurde oder Kierkegaards Salto Mortale

Im Italienischen gibt es den Ausdruck salto mortale. Übersetzt: Der tödliche Sprung. Der Sprung ins Leere. Salto mortale bezeichnet dieses Gefühl, bevor wir eine Entscheidung treffen. Bevor wir uns voll und ganz auf etwas einlassen.1

Die Freiheit gleiche dem Leben am Abgrund einer Klippe. Und «die Angst ist der Schwindel [dieser] Freiheit», schreibt der dänische Philosoph Kierkegaard. Vergeblich suche man nach festem Halt in der Weite. Das sei die Gefahr, welche die Freiheit mit sich bringt. Angst macht einem nicht zwingend das Fallen, sondern das Springen. Es ist die Angst, sich selbst in das Ungewisse hinunterzustürzen.2

Zu springen, ohne die Landung zu sehen.

Abzuheben, ohne zu wissen, ob einem die Flügel tragen.

Sich fallen zu lassen, ohne sicher zu sein, dass man aufgefangen wird.

Ob es funktionieren wird? Wir wissen es nicht…

Kierkegaards Antwort auf diese Unsicherheit ist der «leap of faith». Der Sprung ins Absurde, in den Abyss, der die Vernunft weder erklären noch rechtfertigen kann. Darauf zu vertrauen, dass auf den Flug eine Landung folgt. Und in erster Linie: mutig zu sein und den entscheidenden Schritt zu machen.

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Inspiration von Seth Godins herausragenden Podcast Akimbo
Mehr zu Kierkegaard als Wegbereiter des Existenzialismus in Sarah Bakewells Das Café der Existenzialisten

Was ich von 10 Tagen Stille, Zeit und Einsamkeit gelernt habe

Stille:

Still war es in meinem Kopf, als ich eines Abends vor meinem Computer sass und «Absenden» drückte. Nicht still im Sinne von idyllisch, sondern still im Sinne von leer. Still im Sinne von gefährlich.

Eine Stille, wie bei einer Wortmeldung im vollen Vorlesungssaal, wenn sich die vorsichtig vorbereitete Antwort in Luft auflöst und man mitten im Satz nicht mehr weiss, wo man steht oder hinwill.

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Oder eben die Stille, die ich erlebte, als ich mich für einen 10-tägigen Meditationskurs anmeldete. 10 Tage meditieren. Mehr als 10 Stunden täglich. Keine elektronischen Geräte erlaubt. Nichts zu lesen. Nichts zu schreiben. Nur sitzen. Alleine. Keine Möglichkeit frühzeitig abzubrechen. Wer tut sich sowas an?

Morgens, nach der Dusche zum Handy zu greifen, Headspace zu öffnen und während 15 Minuten meinen Geist zu massieren – das war ich mir zu meiner Selbstverteidigung gewohnt. Nennt sich möglicherweise auch Meditation, ist aber eher Wellness. 10 Tage Vipassana? Das ist eine komplett andere Liga. Das ist «the real shit» (wie man im Deutschen so schön sagt).

Vipassana: «Meditationsmethode nach der Lehre Buddhas. Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch Selbstbeobachtung. Der Fokus liegt auf der tiefen Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist, die durch eine geschulte, auf die körperlichen Empfindungen gerichtete Achtsamkeit auf direktem Wege erfahren werden kann. Diese Empfindungen bestimmen das Leben des Körpers und beeinflussen so im ständigen Wechselspiel die Konditionierung des Geistes. Die auf eigene Beobachtung gründende, selbsterforschende Reise zu dem gemeinsamen Ursprung von Geist und Körper löst die geistigen Unreinheiten auf und führt zu einem ausgeglichenen Geist voller Liebe und Mitgefühl.» (Quelle)

Zum zweiten Mal wurde es dann still, als ich einige Monate später ein folgenschweres Versprechen ablegte. Ich befand mich in Mont-Soleil, im schweizerischen Jura auf 1200 Metern über Meer in der Meditationshalle eines umgebauten Lagerhauses, als ich mich dem Gebot der Edlen Stille verpflichtete.

Mit ungefähr 70 Meditierenden summte ich in Pali – einer ausgestorbenen indischen Sprachstufe – eine melodische Absichtserklärung, alle Regeln einzuhalten, die Vipassana von einem Schüler einzuhalten verlangt. Ich versuchte die Laute möglichst treffend zu imitieren, ohne natürlich irgendetwas davon zu verstehen. Trotzdem fühlte es sich irgendwie verbindlich an. Unter diesen Regeln war die erwähnte Edle Stille: Das Versprechen, für die kommenden 10 Tage kein einziges Wort mehr zu sprechen.

Wenn sich 70 Menschen ein kleines Lagerhaus teilen, dann bedeutet Schweigen offensichtlich keine absolute Stille. Die interpersonale Kommunikation reduziert sich auf ein urzeitliches Schmatzen, Grunzen, Schnarchen, Stampfen, Rülpsen, Husten und Stöhnen. Präsenz markieren oder jemandem mitteilen, dass es sich nicht gehört, sich beim Mittagsbuffet vorzudrängen, funktioniert nonverbal ebenso gut wie mit Worten. Man kann halt wirklich «nicht nicht kommunizieren», wie Paul Watzlawick bestätigt. Aber stiller war’s auf jeden Fall.

Still sein ist wichtig. Still sein ist in Ordnung. Doch was geschieht, wenn wir diese Stille verlängern und das Element der Zeit hinzufügen?

Zeit:

10 Tage sind nicht viel mehr als eine Woche. Eine Woche ist nicht viel mehr eine kurze Zeit. Eine kurze Zeit ist nicht viel länger als der eine oder andere Moment. Und der eine oder andere Moment ist nicht vielmehr als einige Augenblicke. Wo ist also das Problem? Was sind schon 10 Tage?

Mit dieser Einstellung setzte ich mich in den Zug Richtung Vipassana-Zentrum. Ironischerweise hatte ich für die Reise das grossartige Buch mit dem Titel Finite and Infinite Games des Historikers und Literaturprofessors James P. Carse mit eingepackt. Auch nicht viel mehr als ein Spiel sollte dieser Ausflug werden. Eine Abenteuerreise meiner Spielfigur, die das Spielbrett und die Spielregeln zu beherrschen glaubte. Glaubte.

Nachdem ich mich vor Ort beim Kursmanager registrierte, erhielt ich ein Dokument, – ja beinahe einen Vertrag, – dass ich mich verpflichte, für die vollen zehn Tage am Kurs teilzunehmen. Ich unterschrieb und deponierte mein Telefon, die Zug-Lektüre und mein Notizbuch in einem Schliessfach und übergab den Schlüssel dem Verantwortlichen.

Meine Uhr zeigte 14:00 Uhr an. Nun hatte ich noch einige Zeit zu überbrücken, bis es offiziell losging. Ich ging auf mein Zimmer, bezog das Bett und räumte meine Kleider ein. Danach putzte ich mir die Zähne und machte mich auf eine kleine Erkundungstour durch das Kursgelände. Ich schaute mir die anderen Zimmer an und ging dann nach draussen. Nachdem ich den Garten unter die Lupe genommen hatte, verliess ich das Gelände und machte einen Spaziergang über einen Höhenweg und genoss die sonnige Nachmittagsluft. Nach einer grösseren Runde kehrte ich zurück, ging in den Esssaal, machte mir eine Tasse Tee und setzte mich an den schönsten Platz am Fenster. An der Wand hing eine Art Kalender mit der der Aufschrift «Tag 0». Ich nahm einen Schluck heisses Verveine-Wasser, einige Tiefe Atemzüge und blickte auf die Uhr. 14:30.

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Während der 10 Tage badete ich im Überfluss an Zeit. Ich wachte auf und hatte Zeit. Ich setzte mich zur Meditation und hatte Zeit. Nachdem ich Zeit verbracht hatte, hatte ich noch mehr Zeit. Und dann nochmals Zeit. Ich ging ins Bett und auf mich wartete, ja, Zeit.

Von Abwechslung weit und breit keine Spur. Routine war angesagt. Deshalb gab es einen fixen Tagesablauf für den ersten Tag des Kurses. Derselbe für den zweiten und dritten. Genau, jeder Tag war ganz genau gleich strukturiert. Und zwar so:

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Wenn wir nun die Tabelle etwas vereinfachen und auf dem Zeitaspekt reduzieren, entsteht ungefähr so etwas:

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Oder noch etwas simpler:

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Die einzige Frage die sich stellt: Wohin mit der ganzen Zeit?

Einsamkeit

Wenn man ein Bild der Milchstrasse betrachtet, dann bekommt man leicht ein falsches Bild von Zusammengehörigkeit. Die Milchstrasse zeichnet ein wunderbares, funkelndes Kollektiv an Sternen, Planeten, Asteroiden und Kometen ins tiefschwarze Universum. Harmonierend, zusammenspielend.

Zoomt man allerdings etwas hinein und betrachtet unser Sonnensystem, dann sieht man ein in sich geschlossenes physikalisches System. Über 40 Billionen Kilometer vom nächsten System entfernt. Das Sonnensystem ist Teil der Milchstrasse. Aber trotzdem isoliert und anders.

Schaut man noch etwas genauer hin, so erkennt man den Planeten Erde. Die Erde ist Teil des Sonnensystems aber eine eigene Welt für sich mit eigenem Öko- und Klimasystem, eigenen Bedingungen, Gesetzten und Regeln.

Geht man noch etwas tiefer, so erkennt man unterschiedliche Kontinente. Alle befinden sich auf derselben Erde und alle sind den gleichen Bedingungen ausgesetzt. Doch jeder Kontinent beherbergt seine eigene individuelle Flora und Fauna, aussergewöhnliche Kulturen und Kulturschätze.

Auf einer noch kleineren Ebene erkennt man unterschiedliche Länder innerhalb desselben Kontinents, verschiedene Städte innerhalb der gleichen Länder, unähnliche Familien innerhalb derselben Städte, unterschiedliche Personen innerhalb von Familien, verschiedene Organe innerhalb einer Person, differenzierte Zellen innerhalb desselben Organs, unterschiedliche Konstituenten innerhalb der gleichen Zelle, verschiedene Atome innerhalb jeder Konstituente und verschiedene Partikel innerhalb dieser Atome.

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Nach dem gleichen Prinzip funktioniert das Zusammenleben während des Vipassana-Kurses. Man teilt sich einen Ort, das Ziel, den Tagesablauf. Man schläft im gleichen Zimmer, isst im gleichen Raum, meditiert in der gleichen Halle. Doch zoomt man etwas hinein, dann wird klar: jeder lebt für sich selbst.

Im Alltag sind wir – auch wenn wir keinen Menschen um uns haben – nicht wirklich allein. Wir haben unsere Smartphones, Computer, das Internet. Wir können lesen oder schreiben. Wir haben Möglichkeiten en masse, um mit anderen Personen in Verbindung zu treten.

All dies wird dir während dieser 10 Tage weggenommen. Alles. Man hat keine Ablenkung. Nichts, um sich zu verstecken. Keine Möglichkeit wegzurennen. Was auch immer mit dir und deinem Körper geschehen mag, es geschieht. Welcher Gedanke auch aufkommen mag, er kommt. Egal was du in deinem Leben gesehen hast, du siehst es erneut. Immer und immer wieder. Innerhalb deines eigenen geschlossenen Systems. Du kannst nichts teilen.

Stille + Zeit + Einsamkeit = ???

Zusammenfassend haben wir 3 Variablen in unserer Gleichung kennengelernt:

Stille: Die Unfähigkeit, sich auszudrücken.
Zeit: Die Unfähigkeit, es hinter sich zu bringen.
Einsamkeit: Die Unfähigkeit, sich vor sich selbst zu verstecken.

Was geschieht also, wenn wir diese 3 Dinge addieren? Chaos? Erleuchtung? Folter? Spass?

Vorab: Der 10-tägige Vipassanakurs war eine schmerzhafte Erfahrung für Körper, Geist und Willen. Es war verdammt schwierig. Doch ich habe einiges gelernt. Und das möchte ich hier festhalten.

Was folgt, erscheint vermutlich trivial, offensichtlich oder bekannt. Ich möchte keinen Anspruch auf Originalität erheben, sondern lediglich aufführen, was mich diese persönliche Erfahrung lehrte. Und Lernen meint in diesem Fall nicht unbedingt neu erfahren, sondern wiederentdecken, erinnert werden und besonders wichtig – am eigenen Körper erleben!

  1. Ablenkung geht unter die Oberfläche

Wenn ich Primarschüler auf dem Nachhauseweg an ihren Smartphones herumspielen sehe, dann stelle ich mir manchmal die Zeit vor, als die grösste Ablenkung von den Hausaufgaben noch Bücher waren.

Um beim Schreiben vorwärts zu kommen, musste ich mir heute über die App Freedom für 2 Stunden meinen Internet-Zugang kappen. Die Versuchung unerträglich. Überall online. Überall vernetzt. Überall erreichbar. Reagieren wird zur Routine, proaktives Agieren dafür immer schwieriger. Schuld ist das Äussere.

Was wäre also ein besseres Testfeld für diese Hypothese als ein Vipassana-Kurs, wo einem der Zugang zu diesem Äusseren gänzlich verwehrt bleibt. Ohne äussere Ablenkung sollte man sich also mühelos konzentrieren können. Falsch, Ablenkung geht unter die Oberfläche.

Das Problem daran ist, dass wir uns dessen nicht bewusst sind. Denn wir können es nicht wahrnehmen. Erst wenn die Lautstärke des Äusseren runtergeschraubt wird, dann wird das Innere hörbar. Und nicht nur hörbar, sondern laut und lauter und lauterer.

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Was normalerweise von einem Hintergrundrauschen übertönt wird, das zeigt sich in voller Pracht. Der Nebel verschwindet und dein Geist entblösst sich in all seiner Perversion: nackt, ehrlich, unbarmherzig. Oder in anderen Worten: unkonzentriert, flüchtig, abgelenkt.

Ein Mitmeditierender teilte mir am Ende des Kurses mit, wie seine Fantasie die wunderbarsten Kunstwerke in die Innenseite seines Schädels malte. Oh, wenn er doch nur wüsste, wie er dies aufs Papier bringen könnte. Es wären Meisterwerke. Garantiert! «Ich denke, das ist die Qual eines jeden Künstlers», meinte ich. «Zwischen Vorstellung und Realität fehlt nun mal die Komponente der Umsetzung. Und dieser Akt des Verbildlichens des Imaginären ist der Knackpunkt.» «Ja, mag sein.» antwortete er. «Aber eigentlich habe ich überhaupt nichts mit Kunst am Hut. Ich bin Koch.»

Ablenkung hat einen spannenden Pinselstrich.

  1. Entscheidungen sind vom Kontext abhängig

Normalerweise kann ich mich kaum dazu überwinden, meinen Schreibtisch aufzuräumen. Wie kommt es dann, dass wenn ich eine Arbeit schreiben muss, mir das Aufräumen auf einmal viel leichter fällt? Die Antwort liegt in der Alternative.

Wenn ich die Wahl habe, zwischen Aufräumen und nicht Aufräumen, dann entscheide ich mich natürlich für das letztere. Wenn ich aber die Wahl habe zwischen Aufräumen und dem Schreiben einer schwierigen Arbeit, dann ist das Aufräumen zweifellos meine erste Wahl. Aufräumen ist zwar unangenehm, doch die Alternative ist viel unangenehmer.

Das können wir zu unserem Vorteil nutzen. Unser Hirn findet sich leicht mit dem einfacheren Weg ab. Wenn wir also den Kontext so formen, dass entweder keine oder eine viel unangenehmere und schwieriger Alternative existiert, so ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, unser Hirn dazu zu bewegen, das zu tun, was nötig ist.

Der strenge Stundenplan des Meditationskurses war nur machbar, weil die Umgebung passte. Die Regeln erlaubten keine einfache Alternative: Ablenkung war nicht möglich. Die einzige Alternative zum Mitmachen war nicht mitzumachen. Und nicht mitzumachen war keine Option, denn Stunden um Stunden zu sitzen und nicht zu meditieren war schwieriger als zu meditieren. Weshalb? Ich habe es versucht – es war schlicht zu langweilig.

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  1. Langeweile ist eine Illusion

 Klingt das nicht nach einem Widerspruch?

Langeweile (Duden): als unangenehm, lästig empfundenes Gefühl des Nicht-ausgefüllt-Seins, der Eintönigkeit, Ödheit, das aus Mangel an Abwechslung, Anregung, Unterhaltung, an interessanter, reizvoller Beschäftigung entsteht (Quelle)

Bei Vipassana lernt man zu beobachten. Blosses Hinschauen und Wahrnehmen. Mit dem Ziel, Gleichmut zu entwickeln, fällt auch die unterhaltsame Achterbahnfahrt des Wertens und Beurteilens weg. Vipassana scheint also die Definition von Langeweile voll und ganz zu erfüllen.

Das Ergebnis ist allerdings etwas kontraintuitiv. Je gleichmütiger man wird, desto spannender ist das Erlebnis. Je genauer man hinschaut und je weniger man von persönlichen Gefühlen davongetragen wird, desto mehr und desto detaillierter wird das Gesehene.Focus.gifWährend der Meditation kann es langweilig werden. Sehr sogar. Aber es ist nicht das stundenlange Beobachten des eigenen Atems oder der Körperempfindungen, das langweilig ist, sondern das Nicht-Beobachten. Erst wenn man sich weigert, wahrzunehmen, absichtlich abschweift, auf die Uhr blickt und wartet, dann kommt Langeweile auf.

Damit kann ich bestätigen, was Sam Harris in Waking Up erklärt: «One of the first things one learns in practicing meditation is that nothing is intrinsically boring — indeed, boredom is simply a lack of attention.»

  1. Manchmal ist mehr mehr

Schwimmen lernt man nicht, wenn man mit den Füssen im seichten Wasser plätschert. Du musst mit dem gesamten Körper eintauchen.

Du hast schon lange nicht mehr gelesen? Dann lies ein ganzes Buch an einem Tag.

Du möchtest schreiben, aber schaffst nicht mehr als einen Paragraphen pro Tag? Dann setz dich an den Computer und bleib dort, bis fünf Seiten voll sind.

Du kannst keine 10 Minuten stillsitzen? Dann sitze still für 10 Stunden.

Du kannst keine Stunde auf dein Smartphone verzichten? Dann sperre es weg für 10 Tage.

Dein Körper wird sich dagegen wehren. Aber wenn du es machst, wird er sich möglicherweise fügen. Vielleicht sind diese imaginären Grenzen gar keine Hindernisse. Versuch es!

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  1. Man sollte vielleicht zuerst unter dem eigenen Bett aufräumen

Der Alltag ist oft chaotisch. Es bleiben Dinge liegen. Es kann nicht jederzeit aufgeräumt werden. Kein Problem, du weichst der Unordnung aus.

Zwischendurch schlägst du vielleicht deinen Zehen am Herumliegenden an und schreist auf. Doch etwas später ist der Schmerz bereits wieder vergessen.

Mit der Zeit sammeln sich allerdings mehr und mehr Dinge auf dem Boden an. Das Staubsaugen wird immer schwieriger. Plötzlich die Nachricht: Besuch kommt. Wohin also mit dem ganzen Zeug?

Die Zeit ist zu knapp um aufzuräumen, also schiebst du alles, was stört, unters Bett. Der Boden ist wieder frei und der Staub der sich angesammelt hat schnell entfernt. Erledigt und sauber. Ausser Sichtweite, ausser Besorgnis.

Es fühlt sich gut an, ohne grossen Aufwand die Dinge unters Bett zu wischen. Für die Prüfung lernen? Lieber mal unters Bett wischen. Ein unangenehmes Gespräch steht an? Besser weg damit und das Gesprächsthema wechseln. Nur leider verschwinden die Dinge nicht wirklich. Sie sind nur nicht mehr sichtbar.

Irgendwann wird es unter dem Bett ziemlich eng. Mit ein klein bisschen Gewalt geht aber noch etwas mehr darunter. Und noch etwas mehr. Und noch ein kleines bisschen… Bis dir im Schlaf etwas Spitzes in die Seite sticht. Du wälzt dich hin und her, doch überall sind harte Kanten und scharfe Ecken. Du kannst nicht mehr schlafen.

Du bist müde und gereizt, wütend und sauer. Der Apfel ist zu mehlig. Das Wasser zu kohlensäurehaltig. Die Kollegin zu nett. Die Sonne zu hell. Der Blog-Post zu lang.

Doch möglicherweise sind es nicht die anderen. Und möglicherweise bist auch nicht du schuld. Sondern einzig und allein, das, was sich über die Zeit unter deinem Bett angestaut hat. Zeit aufzuräumen!

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  1. Erfahrung transzendiert intellektuelles Verstehen

«Nur ein Idiot glaubt, aus eigenen Fehlern zu lernen», schreibt Otto von Bismarck, einer der gelehrtesten und genialsten Strategen des 19. Jahrhunderts. «Ich bevorzuge, aus Fehlern anderer zu lernen, um eigene Fehler von vorneherein zu vermeiden.»

Wieso durch die gleichen Leiden wie andere gehen? Wieso den Umweg machen, den man hätte vermeiden können? Die Fehler anderer sind dazu da, um daraus zu lernen.

Jedoch kann nicht alles besprochen, beschrieben und erklärt werden. Ein Kind kann nicht laufen lernen, indem es Bücher studiert. Es muss sich aufrappeln, hochziehen und es versuchen. Es fällt um und versucht es nochmals.

Der Wert des Machens wird kaum irgendwo besser erklärt, als in einer der Geschichten des verstorbenen Vipassana Lehrers und Pioniers S. N. Goenka:
(Transkript)

Kurz: Verstehen reicht oft, machen immer.

  1. Immerhin gibt es einen guten Blog-Post

Das soll keine Selbstprofilierung werden! Auch wenn ich natürlich hoffe, dass dieser Post auf Gefallen stösst, ist es nicht der Kern der Lektion. Was ich damit meine: Man kann wirklich nichts verlieren.

Worauf ich hier anspiele, ist die wissenschaftliche Methode. Es geht darum, Entscheidungen als Experimente zu sehen. Bei einem wissenschaftlichen Versuch wird im Voraus eine Hypothese aufgestellt. Das Experiment wird durchgeführt, die Resultate ausgewertet und reflektiert. Ob sich die Hypothese bestätigt oder nicht, spielt keine Rolle. Der tatsächliche Outcome ist egal. Wichtig ist die neu dazu gewonnene Information.Aufbauen.gif

Ob also eine Entscheidung positive oder negative Konsequenzen nach sich zieht, ist langfristig irrelevant. Ob der Vipassana-Kurs ein erfreuliches oder schreckliches Erlebnis wird, ist nicht von Belangen, solange das Ergebnis richtig interpretiert und weiterverwendet wird.

Voraussetzung dafür ist:

  1. Der ernsthafte Versuch

Der Morgen von Tag 2:
Nach dem Frühstück liege ich mit weit geöffneten Augen auf meinem Bett. Ich fühle mich unwohl. Bin ausgelaugt. Habe schlecht geschlafen. Der Körper schmerzt. Der Kopf brummt. Keine Möglichkeit, dass ich das so noch weiter durchhalte. Nicht nochmals den ganzen Tag. Und garantiert keine weiteren 8 Tage. Ich muss hier weg! Soll ich flüchten? Mich krank stellen? Oder einen Notfall vortäuschen?

Der Morgen von Tag 3:
Nach dem Frühstück liege ich mit weit geöffneten Augen auf meinem Bett. Ich fühle mich unwohl. Bin ausgelaugt. Habe schlecht geschlafen. Der Körper schmerzt. Der Kopf brummt. Keine Möglichkeit, dass ich das so noch weiter durchhalte. Nicht nochmals den ganzen Tag. Und garantiert keine weiteren 7 Tage. Ich muss hier weg! Soll ich flüchten? Mich krank stellen? Oder einen Notfall vortäuschen?

Der Morgen von Tag 4-7:
Nach dem Frühstück liege ich mit weit geöffneten Augen auf meinem Bett. Ich fühle mich unwohl. Bin ausgelaugt. Habe schlecht geschlafen. Der Körper schmerzt. Der Kopf brummt. Keine Möglichkeit, dass ich das so noch weiter durchhalte. Nicht nochmals den ganzen Tag. Und garantiert keine weiteren Tage. Ich muss hier weg! Soll ich flüchten? Mich krank stellen? Oder einen Notfall vortäuschen?

Der Morgen von Tag 8:
Nach dem Frühstück liege ich mit weit geöffneten Augen auf meinem Bett. Ich fühle mich unwohl. Bin ausgelaugt. Habe schlecht geschlafen. Der Körper schmerzt. Der Kopf brummt. Aber ich bin immer noch hier? Wie?

Tage können unendlich lang sein. Besonders im Vipassana-Kurs. Aber irgendwie sind sie trotzdem vorübergegangen.

Wenn ich auf meine Uhr schaue, dann sehe ich nicht, wie sich Tage bewegen. Aber etwas bewegt sich! Der Sekundenzeiger dreht sich langsam im Kreis. Sekunde für Sekunde. Mit jeder Sekunde, die ich auf die Uhr schaue, ist eine weitere Sekunde vergangen.

Das ist eigentlich ziemlich unheimlich. Dies bedeutet nämlich auch, dass wir mit jedem gelebten Tag, einen Tag weniger zu leben haben. Einen Tag näher am Tod sind. Wer sich das Ganze noch etwas brutaler vor Augen führen möchte, dem kann ich die App Mortality für Google Chrome empfehlen. Jedes Mal, wenn du einen neuen Tab im Browser öffnest, zeigt dir Mortality auf, wie viel Zeit dir noch bleibt und wieviel davon bereits vergangen ist.

So habe ich aber auch den Vipassana Kurs überstanden. Anstelle von Tagen sind Sekunden vergangen. Diese Sekunden addieren sich zu Minuten und zu Stunden. Und schliesslich zu Tagen. Je kleiner die Zeitintervalle, desto sichtbarer der Fortschritt.

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Was dieses Verstreichen der Zeit aber auch umso deutlicher macht, ist, dass wir die begrenzte Zeit besser nutzen sollten. Die grösste Verschwendung dieser endlichen Ressource ist, wenn wir das, was wir damit machen, nicht ernsthaft machen.

Das Stichwort hier ist Commitment. Wenn, dann richtig.

  1. Funktionalität schlägt Urverständnis

Vipassana basiert auf einer theoretischen Grundlage, die meiner Meinung nach an manchen Stellen Lücken und Unklarheiten aufweist. Spielt aber absolut keine Rolle.

Wenn du Krafttraining betreibst, mit dem Ziel Muskeln aufzubauen, dann musst du nicht zwingend verstehen, welche Prozesse innerhalb der Zellen vor sich gehen. Wenn der Bizeps grösser wird, kann dir egal sein, welche biochemischen Reaktionen im Körper ablaufen.

Kennst du die Funktion, so ist ein Grundwissen zwar hilfreich, aber nicht notwendig. Die basalen Prozesse zu kennen, ist erstrebenswert, aber keine Voraussetzung.

– Es ist nicht nötig zu verstehen, wie ein Computer funktioniert, um auf Youtube ein Video anzuschauen.

– Du musst kein Neurowissenschaftler sein, um richtig zu denken. (Ansonsten wäre es auch ziemlich anspruchsvoll, überhaupt erst Neurowissenschaftler zu werden.)

– Du kannst dir in der Bäckerei ein Brot kaufen, ohne zu wissen, wie man bäckt.

– Du kannst das Brot bezahlen, ohne einen Abschluss in Betriebswirtschaft zu haben.

–  Du kannst du in Bitcoin investieren, ohne zu verstehen, was Kryptowährungen genau sind.

– Und genauso kannst du die Vorzüge der Meditation geniessen, ohne verstehen zu müssen, weshalb du fühlst, was du fühlst.

Es ist völlig in Ordnung, etwas zu tun, ohne Genaues darüber zu wissen. So sind wir programmiert: Wir machen, bevor wir verstehen. Wir machen, um zu verstehen.

  1. Es gibt einen Raum zwischen Stimulus und Reaktion

Während ich auf meine Tastatur tippe, bilden sich Buchstaben, Wörter und Sätze innerhalb einer elektronischen Textzeile. Der Druck meines Fingers auf eine Taste (Stimulus) setzt einen Prozess in Gang: Durch die Leiter des Computer-Chips werden Informationen transportiert, übersetzt und visuell als Buchstabe auf dem Bildschirm dargestellt (Reaktion). Der Stimulus und die Reaktion sind miteinander verbunden. Wenn der Computer nicht defekt ist, dann erscheint auf jeden Fall der Buchstabe A auf dem Bildschirm, wenn ich auf die Taste A drücke.

In der Logik wird dieser Prozess als modus ponens bezeichnet. Ein Ereignis B folgt aus einem Ereignis A. Das Ereignis A findet also nicht statt, ohne dass auch das Ereignis B stattfindet. Dieser Schluss hat folgende Struktur:

Wenn A, dann B
A
Also B

Unser Beispiel würde also so aussehen:

Wenn ich auf die Taste A drücke, dann erscheint ein Buchstabe A im Word-Dokument.
Ich drücke die Taste A.
Also erschient der Buchstabe A im Word-Dokument.

Im Alltag sehen wir Verhaltensmuster, die scheinbar nach dem gleichen Muster funktionieren:

– Wenn ich nichts gegessen habe, dann bin ich gereizt.
– Wenn der Zug Verspätung hat, dann werde ich ungeduldig.
– Wenn ich einen Freund anlüge, dann fühle ich mich schlecht.
– Wenn ich einen Feind anlüge, dann fühle ich mich besser.
– Wenn mich jemand beleidigt, dann schlage ich ihm ins Gesicht.
– Usw.

Diese Beispiele sehen zwar von der Struktur gleich aus, sind jedoch logisch nicht gültig. Das heisst, wenn das Ereignis A stattfindet, dann findet nicht zwingend Ereignis B statt. Die Reaktion B auf den Stimulus A ist gewohnheitsbedingt.

Anders wie in einem Computer findet der Prozess dieser Beispiele nicht innerhalb eines geschlossenen Gehäuses statt und die Informationen werden nicht über Drähte und Platinen verarbeitet, sondern innerhalb unseres Geistes. Mit etwas Übung und Geduld (und viel Meditation) wird dieser Raum zwischen Input und Output innerhalb des Geistes wahrnehmbar. Wenn wir also aufmerksam auf Stimuli achten, dann sind wir in der Lage, die Reaktion zu beeinflussen.

  1. Fortschritt ist ein Prozess

Sich 10 Tage aus dem Alltag zurückzuziehen ist eine lange Zeit. Sich 10 Tage mit sich selber zu beschäftigen ist eine noch viel längere Zeit. Und doch ist man am Ende dieser 10 Tage kein neuer Mensch. Man ist vielleicht ein winziges Schrittchen weiter. Aber fast nichts. Frustrierend, oder?

«Anything worthwhile takes a long time», betont die Schriftstellerin und Designerin Debbie Millman. Vipassana – wie fast alles im Leben – ist ein Pfad. Diesen Pfad zu Ende zu gehen dauert möglicherweise ein Leben lang. Im buddhistischen Glauben aufgrund der Wiedergeburt vermutlich sogar mehrere Leben…

Ich versuche weiter und mache den nächsten Schritt. Vermutlich nicht mit Vipassana, aber mit etwas anderem ganz bestimmt.

Und du? 


«Bhavatu sabba mangalam» – S.N. Goenka
Übersetzt: Mögen alle Wesen glücklich sein.