Vorermüdung

Geschriebenes

Wer schon einmal im Anschluss an einem 400m Sprint schweißgebadet mit brennender Lunge nach Luft schnappend versucht hat, einen Klimmzug zu machen, kann bestätigen: eine Übung, die einem ausgeruht keine größeren Schwierigkeiten bereitet, kann sich plötzlich unmöglich anfühlen.

In der Trainingslehre wird das Prinzip der Vorermüdung bewusst implementiert, um herauszufinden, ob und wie sich bestimmte Bewegungsmuster bei verschiednen (Vor)Belastungen verändern. Um Verletzungen vorzubeugen, ist es nämlich nicht nur entscheidend, ob eine Kniebeuge technisch sauber ausgeführt werden kann, sondern ob die Form auch nach 20 Wiederholungen, bei erhöhtem Puls, schnellerer Ausführung ö.Ä. aufrechterhalten werden kann.

Analog sollte es nicht verwundern, dass es sich (für mich) frühmorgens bei einem Kaffee in Stille am besten schreibt, bevor ich das Mailprogramm geöffnet habe und den Ablenkungen meines Smartphones erlegen bin. Weil ich aber selbst unter suboptimalen Bedingungen Leistung erbringen will, sollte ich mich darin üben, vor dem ins Bett gehen, in der Mittagspause oder im Zug meine Texte zu produzieren.


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