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5 (großartige) Bücher, die mein Jahr 2024 geprägt haben

Ein typisches Buch ist ein physisches Objekt, zwischen 150 und 300 Seiten dick, 20cm hoch, 12cm breit und nimmt im Bücherregal etwa 2cm Platz ein. Auf dem E-Book ist die Sache sogar noch einfacher: Alle Bücher kommen im gleichen Dateiformat daher und werden in identischer Qualität und Größe in der digitalen Bibliothek angezeigt. Hält man diese materielle Perspektive aufrecht, gibt es nicht viel mehr zu holen: Es ist eben nur ein Buch.

Und auch wenn ich nun auf die Bücher blicke, die mich dieses Jahr besonders bewegt haben, sehe ich einen ziemlich homogenen Haufen vor mir. Wenn ich mich aber zurückerinnere und daran denke, was diese Bücher, auch wenn sie nur Bücher sind, mit für Erfahrungen beschert haben, haben die Exemplare, die ich heute vorstellen will, nur etwas gemeinsam: Sie waren – egal wie lange sie mich beschäftigten – allesamt wie zu schnell fertig. (Hier geht’s zu den Listen meiner prägendsten Bücher der Jahre 2023, 2022, 2021202020192018 und 2017.)


Patrick Rothfuss – The Name of the Wind

Der Roman ist eine Geschichte übers Geschichten-Erzählen und führt nicht nur vor, wie man richtigen Geschichten erzählt, sondern auch, was Geschichten können. Dass es daneben um Magie, Musik und das Leben geht, ist fast schon nebensächlich. Der einzige Wermutstropfen: Das dritte Buch der Trilogie ist immer noch nicht erschienen.

→ Hier geht’s zum Original.
→ Hier geht’s zur deutschen Übersetzung.


Naomi Oreskes – Collapse of the Western Civilization

Dieses Buch hätte ein Roman sein sollen, eine Serie vielleicht oder sonst etwas, das das gesamte Potential des Stoffs ausschöpft, den Oreskes hier vorlegt. So bleiben die mickrigen 50 Seiten unter dem Strich leider eine Enttäuschung. Aber selbst diese Enttäuschung ist Empfehlung genug.

→ Hier geht’s zum englischen Original.


Kim Stanley Robinson – The Ministry for the Future

Was würde mit unserer Gesellschaft passieren, wenn wir uns die Klimakrise nicht nur vorstellen würden, sondern bereits erlebt hätten? Welche Denkweisen wären plötzlich möglich, welche Steine könnten ins Rollen geraten? Und schließlich: Ist es nötig, diese Krise abzuwarten? Ein Buch, das aufrüttelt, weil es gleichzeitig näher und fremder nicht sein könnte.

→ Hier geht’s zur englischen Originalausgabe.
→ Hier zur deutschen Übersetzung.


Raj Patel & Jason W. Moore – A History of the World in Seven Cheap Things

Komplexität und Kompliziertheit sind zwei verschiedene Dinge. Während sich Letzteres auflösen lässt, kann Ersteres nicht vereinfacht werden, ohne die Mehrdimensionalität einer Problemlage zu negieren. Irgendwie haben es Paten und Moore trotzdem geschafft, so etwas Komplexes wie den Kapitalismus in konkreten und beinahe einfachen Gedankeninstrumenten zu dekonstruieren.

→ Hier geht’s zum englischen Original.
→ Hier zur deutschen Übersetzung.


Ralph Tharayil – Nimm die Alpen weg

In Tharayils Debutroman wenig auf der Seite, aber genau richtig viel, dass alles Entscheidende im Kopf losgetreten wird. Er findet für Heimat, Familie, Identität mit Lyrik neue Worte und Bilder, die sich wie Prosa lesen. Wunderschön!

→ Hier zum Taschenbuch.


Anmerkung: Bei den Links handelt es sich um Amazon Affiliate Links. Wenn ein Buch (ohne Mehrkosten) über dieser Link gekauft wird, erhalte ich einen winzigen Kick-back. Danke dafür!

Bild: Detail aus Children’s book week, November 15th to 20th. More books in the home! (1920), von Jessie Willcox Smith, Digital Commonwealth – Quelle.

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