3 (großartige) Bücher, die mein Jahr 2020 geprägt haben

Geschriebenes

Es hat mittlerweile schon fast Tradition, dass ich jeweils am Jahresende meine vergangenen 12 Monate mit Büchern zusammenfasse. Dabei geht es nicht darum, was in meinem Leben passiert ist, sondern bloß um das, was diese Ereignisse begleitete und beeinflusste.

Auch wenn ich dieses Jahr weniger gelesen habe als üblich, so haben mich dennoch viele Bücher im richtigen Moment und in der richtigen Stimmung – um es etwas kitschig zu sagen – in meinen Grundfesten erschüttert. Von diesen ‘vielen’ möchte ich drei Bücher hervorheben, die mich besonders berührten (und dasselbe vielleicht auch für dich leisten können).

Und wenn dir drei Bücher nicht ausreichen, findest du im Beitrag 5 Bücher für die Corona-Krise vom März oder in den Listen meiner prägendsten Bücher von 20192018 und 2017 eine größere Auswahl.


Douglas Adams – The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
Philosophie muss nicht immer in komplizierten Abhandlungen oder verstaubten Talkshows stattfinden. Manchmal kommt sie auch wie in Douglas Adams’ The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy verpackt in einem wortwörtlich ‘abgespacten’ Sci-Fi-Roman. Die fünfbändige Trilogie (eben!) ist im Grunde ein riesiges Gedankenexperiment, das mit hypothetischen Szenarien experimentiert und alternative Denkweisen ausprobiert. Davon merkt man aber rein oberflächlich erstmal nichts. Und ich musste mir Mühe geben, um zwischen Lachanfällen überhaupt noch zum Denken zu kommen. Mindestens den ersten Band der absurden, hochamüsanten und wahnsinnig liebenswürdigen Geschichte muss man kennen!

Hier geht’s zum englischen Original.
Hier geht’s zum von Stephen Fry exzellent gelesenem Hörbuch.
Hier geht’s zur deutschen Übersetzung der ersten Bandes von Benjamin Schwarz.


Tara Brach – Radical Acceptance: Embracing Your Life With the Heart of a Buddha
Der Titel klingt schrecklich und das Cover ist so wüst, dass man sich fast schämen muss, das Buch in der Öffentlichkeit aus der Tasche zu holen. Sobald man aber Radical Acceptance aufschlägt, wird klar, dass man es nicht wegen des anerkennenden Kopfnickens des Gegenübers liest, sondern ganz für sich allein. Der amerikanischen Psychologin gelingt es, buddhistische Prinzipien ohne unangenehme Schwingungen oder ideologischen Ballast in einer praktikablen Form denk- und umsetzbar zu machen. Für mich war das Buch mehr als ein kühlendes Pflaster. Es hat nämlich etwas geschafft, was ich nicht für möglich hielt: etwas netter zu mir selbst zu sein.

Hier geht’s zum Original in Englisch.
Hier geht’s zur deutschen Version.


Heimito von Doderer – Die Wasserfälle von Slunj
Dieses Jahr hätte ich theoretisch sechs Monate in Wien verbracht, wenn ich nicht nach einem Bruchteil davon aufgrund einer sich anbahnenden Pandemie nach Hause reisen musste. Im Fernweh hat mich Doderers Die Wasserfälle von Slunj getröstet. Der leichtfüssige Großstadtroman von 1963 spielt um die Jahrhundertwende und gibt auf raffinierte Weise die Atmosphäre meiner Herzensstadt wieder. Die Qualität von Doderers Werk gründet aber nicht nur in meiner Melancholie. Ich glaube mit gutem Gewissen sagen zu dürfen, dass die Prosa, Charaktere, Perspektiven und Gespräche mehr als einzigartig sind. Geht das überhaupt? Egal. Mein erstes Buch von Doderer war – anders als für den österreichischen Schriftsteller – sicher nicht das letzte.

Hier geht’s zur Ausgabe vom dtv Verlag.


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Bild: Ausschnitt eines japanischen Holzschnittes aus der Serie Momoyogusa – Flowers of a Hundred Generations (1909) von Kamisaka Sekka – Quelle.