Schlagwort: Denkbrocken

Novalis und der Unterschied zwischen Geschichte und Geschichte | Literaturbrocken #6

Meist kommt es nicht nur darauf an, was, sondern auch wie etwas erzählt wird. Damit Geschichte zur Geschichte wird, sollen nicht nur Ereignisse und Begebenheiten wiedergegeben, sondern Sinn komponiert und vermittelt werden. Denn Worte entfalten ihr Potential erst, wenn ...

Nochmals

Oft wird das Gestrige und Vorgestrige gemolken, bis die Euter leer sind. Weshalb auch nicht? Man weiss schliesslich, dass das Letzte funktioniert hat und das Gleiche nochmals Anklang finden wird ...

Dislokation

Nicht da, wo es hingehört. Nicht dort, wo es Sinn macht. Die Verschiebung macht Regel und Bruch offensichtlich. Die Form wird zum Spiel. Das Dogma zu Perspektive. An Statik gerüttelt und Stillstand umtanzt.

«Ich schreibe ausgesprochen ungern … »

« ... und weiss eigentlich gar nicht, wie das geht.» Eine eigenartige Äusserung. Besonders von jemandem, dessen Sprache in vollendeter Prosa aus seinen Fingern zu fliessen scheint.

Ein Gespräch mit Worten

Wir kommunizieren mit Worten. Das ist offensichtlich. Wir können aber auch mit Worten kommunizieren. Nicht nur das Gegenüber durch Worte, sondern die Worte als Gegenüber ansprechen. Nicht nur mit Worten schreiben, sondern Worte schreiben. Uns nicht nur mittels Worten, sondern mit Worten unterhalten. Wenn Worte ausgesprochen oder aufgeschrieben werden, kriegen sie einen Körper. Sie materialisieren ...

Kausalitäten

Nur weil Batman und Bruce Wayne nie im gleichen Raum zu sehen sind, bedeutet das nicht, dass es sich um die gleiche Person handelt. Nur weil die Katze immer dann schnurrt, wenn du sie streichelst, muss nicht implizieren, dass sie dich als Person wahrnimmt. Nur weil es immer um 12 Uhr etwas zu essen gibt, heisst das nicht, dass der Magen mit dem Glockenschlag in Korrespondenz steht ...

Das Eigene und das Andere

Lesen geschieht hinter der eigenen Netzhaut. Denken passiert unter der eigenen Schädeldecke. Und Schreiben funktioniert nur mit den eigenen Fingern – meist auf dem eigenen, passwortgeschützten Computer ...

Weil …

Diese Szene ereignete sich letzte Woche bei einem Poetik-Vortrag. In Gedanken versunken sass ich da und lauschte und nicht und plötzlich hörte ich dieses «weil» und sass auf dem Rand meines Stuhls. Mich kribbelte es und ich wartete und ich wurde ungeduldig, weil ...

Zwei Seiten

Der Sprache verdanken wir Literatur, Theater und Gesang. Sprache ist dafür verantwortlich, dass es Städte, Gesetze und so etwas wie Gesellschaft gibt. Sprache ermöglicht Beziehungen, Gespräche und Träume. Sprache... ja eigentlich lassen sich fast alle kulturellen Errungenschaften der Menschheitsgeschichte auf die Sprache zurückführen ...

Schnüerlischrift

Heute Morgen versuchte ich, meinen Tagebucheintrag in Schnüerlischrift zu verfassen. Die Finger konnten sich vage an die Schulschrift erinnern. Aber das Resultat sah scheusslich aus. Damit meine Schnüerlischrift wieder nach Schnüerlischrift aussehen würde, müsst mich mich hinsetzen und üben. Die Buchstaben nachzeichnen, wiederholen, verinnerlichen ...

Hypothesen, Sterne und Weltbilder | Literaturbrocken #5

Was kann antike Gebäude ins Wanken bringen, Geschichten umschreiben und die Welt auf den Kopf stellen? Manchmal – so illustriert es das Leben des Galilei von Bertolt Brecht – ein einzelner Mann mit einem Fernrohr und einer Hypothese ...

100

Heute ist der 100. Tag in Folge, an dem ich einen täglichen Beitrag auf diesem Blog veröffentliche. Seit dem 12. August 2019 habe ich keinen einzigen Tag verpasst ...

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