Unwiederholbarkeit

Geschriebenes

Das ist der Fluch von kreativer Arbeit.

Gelingt einem etwas Gutes, etwas Einzigartiges, etwas Tiefgreifendes und Komplettes, dann kann man es nie wiederholen. Ist es einmal gemacht, ist das Gleiche off limits. Es ist bereits da.

Was also, wenn man keine Ideen mehr hat? Was, wenn man nichts Neues mehr kann, weiss oder findet? Was, wenn alles bereits da ist? Was dann?

Diese Fragen bzw. Sorgen sind berechtigt. Man weiss schliesslich nicht, ob man jedes Mal etwas Neues erfinden, jedes Mal Veränderung hervorbringen und jedes Mal anders denken kann.

Es kann sein, dass das Unwiederholbare irgendwann ausgeschöpft ist. Es kann aber auch sein, dass es immer weiter geht. Es mag sein, dass man längere Durstrecken erleben wird. Und es ist vorstellbar, dass zu einem Zeitpunkt mehr da sein wird, als man verarbeiten kann. Aber man weiss es nicht. Ich weiss es nicht. Du weisst es nicht. Niemand weiss es.

Wenn man trotzdem kreative Arbeit machen will, muss man mit diesem Nicht-Wissen umgehen können. Man muss die Unwiederholbarkeit akzeptieren und weiterhin Ausschau halten – nach dem Neuen, dem Anderen, dem Unwiederholbaren.


Bild: Runner in the City, El Lissitzky, ca. 1926. (digital verändert – Quelle)

Inspiration: Aus Debbie Millmans wunderbarem Podcast Design Matters mit der Illustrations-Ikone Christoph Niemann.