Schlagwort: Denkbrocken

Der eine Grund …

Immer wenn einer, ein einziger, ein entscheidender Grund vorgebracht wird, um eine komplizierte Sachlage zu erklären, sollte man sich am besten die Ohren zuhalten ...

Pioniere sind Nestbeschmutzer

Das Neue ist immer mit Kritik behaftet. Das muss so sein. Es hat sich vom Bestehenden zu distanzieren. Denn das Andere ist nur dann nötig, wenn das Eine nicht ausreicht ...

Gedankenexperiment

Ein Gedankenexperiment funktioniert immer nach dem selben Schema: 1. Man stelle sich vor, dass … 2. In der Wirklichkeit ist es doch so, dass … 3. … was im Hypothetischen gilt, das gilt doch auch im Wirklichen! ...

Vorbilder und Erwartungen

Prosa wie Kafka. Wahrnehmung wie Monet. Linien wie Moebius. Pragmatik wie Corbusier. Rhythmus wie Coltrane. Gefühl wie Miyazaki. Charakter wie Kahlo. Schärfe wie Nietzsche ...

Im Dialog mit Seneca: Körperliches vs. geistiges Training

Es fühlt sich grossartig an, nach einem schweren Training die erschöpften Glieder ins Bett zu hieven und die Anstrengung in der weichen Matratze versinken zu lassen. «Ich überlege mir, wie viele ihre körperlichen Begabungen trainieren, wie wenige ihre geistigen Fähigkeiten; […] wie schwächlich in geistiger Hinsicht die sind, deren Arme und Schultern wir bewundern.» (80, ...

Novalis und der Unterschied zwischen Geschichte und Geschichte | Literaturbrocken #6

Meist kommt es nicht nur darauf an, was, sondern auch wie etwas erzählt wird. Damit Geschichte zur Geschichte wird, sollen nicht nur Ereignisse und Begebenheiten wiedergegeben, sondern Sinn komponiert und vermittelt werden. Denn Worte entfalten ihr Potential erst, wenn ...

Nochmals

Oft wird das Gestrige und Vorgestrige gemolken, bis die Euter leer sind. Weshalb auch nicht? Man weiss schliesslich, dass das Letzte funktioniert hat und das Gleiche nochmals Anklang finden wird ...

Dislokation

Nicht da, wo es hingehört. Nicht dort, wo es Sinn macht. Die Verschiebung macht Regel und Bruch offensichtlich. Die Form wird zum Spiel. Das Dogma zu Perspektive. An Statik gerüttelt und Stillstand umtanzt.

«Ich schreibe ausgesprochen ungern … »

« ... und weiss eigentlich gar nicht, wie das geht.» Eine eigenartige Äusserung. Besonders von jemandem, dessen Sprache in vollendeter Prosa aus seinen Fingern zu fliessen scheint.

Ein Gespräch mit Worten

Wir kommunizieren mit Worten. Das ist offensichtlich. Wir können aber auch mit Worten kommunizieren. Nicht nur das Gegenüber durch Worte, sondern die Worte als Gegenüber ansprechen. Nicht nur mit Worten schreiben, sondern Worte schreiben. Uns nicht nur mittels Worten, sondern mit Worten unterhalten. Wenn Worte ausgesprochen oder aufgeschrieben werden, kriegen sie einen Körper. Sie materialisieren ...

Kausalitäten

Nur weil Batman und Bruce Wayne nie im gleichen Raum zu sehen sind, bedeutet das nicht, dass es sich um die gleiche Person handelt. Nur weil die Katze immer dann schnurrt, wenn du sie streichelst, muss nicht implizieren, dass sie dich als Person wahrnimmt. Nur weil es immer um 12 Uhr etwas zu essen gibt, heisst das nicht, dass der Magen mit dem Glockenschlag in Korrespondenz steht ...

Das Eigene und das Andere

Lesen geschieht hinter der eigenen Netzhaut. Denken passiert unter der eigenen Schädeldecke. Und Schreiben funktioniert nur mit den eigenen Fingern – meist auf dem eigenen, passwortgeschützten Computer ...